Citroen, Renault, Peugeot, Baguette und Schampus: Mal kurz nach Frankreich ein paar Autos holen

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Bing, da poppt ein Mail von Claus im Postfach auf: Jener Claus, der gerne und vor allem viele Klassiker um sich scharrt. Der das bewahrt, was andere längst eingepresst hätten oder schlicht weggeworfen. Siehe dazu auch Endstation und Leidenschaft die Leiden schafft.  Claus hat einen Bericht seines abenteuerlichen Roadtrips im Herbst 2018 nach Frankreich verfasst und fragt an ob ich den nicht hier im Blog veröffentlichen möchte. Klar möchte ich das! Sicherheitshalber, solltet ihr auch beim lesen dieser Geschichte zu eurer eigenen Sicherheit die Tetanusimpfung auffrischen lassen. Viel Freude mit einem höchst interessanten Gastbeitrag von Claus Koch:

 

„Und wieder ging es nach Westen, ins gelobte Land der Klassiker, der einmaligen Fahrzeuge & Fundstücke, ins Gourmetland der Genüsse für Augen und Magen – nach Frankreich.

Wieder hatte unser Schweizer Freund und Wegbegleiter Pascal gerufen – wir wollen ein neues Abenteuer erleben! Gut dass wir nicht im Voraus wußten dass wir in knapp drei Tagen gute 3.300 km eng zusammen gekuschelt im Führerhaus eines uralten Iveco-LKW’s wohnten. Abgasplakette weiß, Euro 1. Aber wir hätten diese Reise trotzdem gemacht.

Wir – das sind natürlich August und mein Vater. August ist noch jung und daher unbekümmert, mein Vater ist immerhin schon 86 Jahre, und noch immer unbekümmert. Und dann noch meine Wenigkeit, für jeden Blödsinn zu haben. Und im fernen Westen wartete Pascal auf uns, über den kann man gar nichts schreiben. Diesen Typen muss man einfach „erleben“.

Wie gesagt wurde der Plan, endlich wieder einmal in La Grotte nach Riceys zu fahren, schon vor einiger Zeit geschmiedet. Bei dieser Gelegenheit wollte August auch seinen Freund Franz in Strassburg besuchen, ich wollte unbedingt meinen alten Freund Martin in Polisot besuchen, Pascal seinen Champagner-Lieferanten und so nebenbei hatten wir, einfach per Mail und Fotos, drei alte Citroen Tractions gekauft die in eine Scheune in Frankreich bzw. nach Riegersburg gekarrt werden mussten.

Der Reisetermin wurde immer wieder verschoben, klar, wir waren drei gestresste Chaoten und bei jedem kam immer wieder etwas dazwischen. Endlich stand es aber fest: Wir fahren in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, dem 21.11.2018 los. August hatte sich von einem Freund einen „Lieferwagen mit Anhänger“ ausgeborgt. So weit so gut. Dann kam einen Tag vor der Abfahrt ( Pascal hatte uns in Frankreich schon fix angekündigt und ein Ferienhaus für die Übernachtung organisiert ) der Anruf von August „…Duuuu Claus, schau dich einmal sicherheitshalber wegen einem Transporter um…“  Das langgezogene duuuu sage mir schon alles – wie, was , wo??? Ich dachte wir könnten mit dem Wagen von Augusts Freund fahren. „…ja, aber der hat kein Pickerl, und Abgasklasse Euro 1, also sind diverse Fahrverbote zu erwarten…“  

Hektik brach aus. Plötzlich keine Transportmöglichkeit mehr. Ich, der selber immer Transportschwierigkeiten hat, rief in meiner Verzweiflung alle meine gleichgesinnten Kumpels an die eine Transportmöglichkeit haben, also nur zwei an der Zahl. Klar – es hat jeder Transportprobleme… Erste Absage von Krasimir: „…meiner ist leider jeden Tag unterwegs, ein paar Stunden gingen, aber leider nicht drei ganze Tage…!

Zweite Absage Jakob: „…meiner wäre verfügbar, hat jedoch ein angeschlagenes Getriebe und säuft über 15 Liter…“  Und jetzt? In so kurzer Zeit einen offiziellen Abschleppwagen zu mieten, noch dazu für eine Fahrt ins Ausland ist schier unmachbar. Dann kam endlich der erlösende Anruf von August ( immerhin knapp 6 Stunden vor der Abfahrt ) – der Iveco ist einsatzfähig und hat soeben die §56 Überprüfung bestanden. Geil, krass, super, endlich, Gott sei Dank, wie hätte ich es dem Pascal gesagt…

Vater richtete seine Reisetasche her, ich suchte alles an Werkzeug zusammen was mir sinnvoll erschien. Meine Lebensgefährtin Michi blieb zu Hause; sie musste leider arbeiten bzw. passte auf unsere beiden Hunde Thor & Ben auf und kümmerte sich um meine Mutter die man mit ihren 87 Jahren auch nicht unbedingt alleine lassen kann. Endlich hörten wir das Brummen von einem Iveco-Diesel, unser Taxi nach Frankreich stand vor der Tür. Nächster Schock für mich: Da August erst am Montag von einer längeren Reise aus Rumänien zurückkam war ausgemacht dass wir den Anhänger auf den LKW laden und ich zumindest die erste Strecke nach Frankreich fahre ( ich besitze keinen F-Führerschein ), August würde dann mit dem beladenen Anhänger zurück nach Graz fahren, also Hallbe / Halbe. 

So weit so gut unser Plan; jedoch entpuppte sich der Iveco als ehemaliger Pritschenwagen mit einem Planenaufbau, kleiner Ladefläche und großem Durst. Die Fahrerkabine dreisitzig, Rückenlehne, aus – kein Platz für Gepäck oder Werkzeug. Der Anhänger passte auf keinen Fall auf die Ladefläche, was August belanglos kommentierte „…kein Problem, dann fahre ich halt beide Strecken…“  Klar – der Junge kam gerade aus Rumänien zurück, also wie gesagt kein Problem noch schnell einmal über 3000km dranzuhängen. Amen.

Wir stopften schweres Bergewerkzeug, eine Batterie, Seilwinde, Werkzeug, Reisetaschen, Proviant und was Männer halt sonst noch so für einen Kurzurlaub brauchen in die Fahrerkabine, tranken einen schnellen Abschiedskaffee und los ging die Fahrt. Abfahrt 22:30 Uhr, Graz, 21.11.2018 – vier Männer– ein Abenteuer ( inclusive Pascal, der schon in Frankreich war ). Die ersten 800 Meter Richtung Autobahn verliefen reibungslos, was kann uns dann noch passieren? Sperre des Plabutschtunnels, Umfahrung über Seiersberg… Super, erste „Panne“ nach 800 Meter, was will man mehr.

Fotos gab es erst ab der Grenze nach Frankreich – bis dorthin verlief die Fahrt bei Nacht. Über St. Michael, Liezen, Klaus ging es nach Salzburg wo wir gegen 02:30 die deutsche Grenze passierten. Dort gab es Flutlicht ohne Ende, Grenzkontrolle wegen den „massenhaft“ Flüchtlingen die bei Mama Merkel Unterschlupf suchten. Betrifft uns doch nicht. Doch – es betraf uns: Bis zur Grenze gab es keine nennenswerten Probleme – bis auf unser Licht. Das Fernlicht wirkte wie Abblendlicht, das Abblendlicht wie Standlicht. Mit einer verkehrten Logik: wenn August voll auf’s Gas stieg um etwas weiterzukommen wurde es dunkel, wenn er vom Gas ging hatten wir halbwegs brauchbares Licht. Für ihn natürlich kein Problem, für die Polizisten und Zöllner auf der Grenze eventuell schon,  raste da doch mitten in der Nacht ein kaum beleuchteter alter österreichischer LKW mit Vollgas auf sie zu, kurz vor ihnen runter vom Gas, plötzlich gutes Licht, bei der Kontrollschikane rechts rausgezogen, Kontrolle umrundet, wieder geradeaus und danach mit Vollgas aber kaum Licht ab in die Dunkelheit… Knapp 100 Meter danach standen an der rechten Seite noch zwei „zivile Grenzler“ , gut zu erkennen an den Fahrzeugen mit laufendem Motor und Blaulicht. Wir hatten Schweißperlen auf der Stirn was August nur mit „…die schlafen eh alle…“ kommentierte.  

Danach ging es reibungslos weiter, Rosenheim, Irschenberg ( wo uns bergauf fast alle Sattelzüge überholten ), Großraum München wo wir die nächsten Schweißperlen auf der Stirn hatten – Umweltzone und wir mit einem alten Euro-1-LKW unterwegs, aber auch hier schliefen die Beamten bereits und es gab keine Kontrollen – großes deutsches Eck, danach Richtung Bodensee und über Friedrichshafen Richtung Mulhouse zur französischen Grenze. Unterwegs gab es nur dreimal Pipi-Pause und Tanken, sonst konnten wir uns keinen Zeitverlust leisten. Ankunft an der Grenze Mulhouse nach knapp 880km am Donnerstag ca. 10:00 Uhr. Erste Lagebesprechung mit dem Ergebnis – wir waren viel zu früh. Pascal hatte uns erst gegen 17:30 Uhr in Saint Bonnet en Bresse angekündigt. Bis dorthin waren es aber nur noch gute 3,5 Stunden, und danach planloses Warten? Nein – nicht mit uns, wir wollten jede verfügbare Minute ausnutzen um Blödsinn zu machen …., ähm, um Abenteuer zu erleben.

 

An der französischen Grenze bei Mulhouse

 

Also riefen wir Pascal an um zu sagen dass wir doch schon am Donnerstag und nicht erst im Zuge der Heimfahrt zu den Bekannten von August Richtung Straßburg fahren und wir uns danach in Saint Bonnet treffen. Da dieser neue Umstand kein Problem für Pascal war, düsten wir Richtung Augusts Bekannten, mit der Annahme dass er vor Straßburg wohnt. Denkste – der kleine Ort lag ein gutes Stück nördlich von Straßburg. Also von Mulhouse nur mal schnell knapp 140 km Richtung Norden.

 

Autobahn Richtung Norden – Straßburg / Hagenau

 

Aber dieser Abstecher lohnte sich auf jeden Fall. Utopisch was sich im Bereich Straßburg neben der Autobahn tat – da siedelten sich auf knapp 4 km Länge so gut wie alle großen Autohersteller mit riesigen Verkaufszentren an, Audi, Mitsubishi, Opel, Peugeot, Mercedes, Citroen, BMW, Mazda, Honda buhlten friedlich nebeneinander um Kunden, jeder Händler so groß wie die Shopping City Seiersberg.

Gegen Mittag kamen wir in dem kleinem Dörfchen Hagenau an wo wir Augusts Freund Franz trafen. Dieser kommt eigentlich aus Niederösterreich, hatte aber in Hagenau sehr gute Freunde und kam regelmäßig hierher um, mit deren Hilfe, an seinen eigenen alten Renaults zu schrauben. Hier durften wir in die einmalige, klassische, uralte Schrauberwerkstatt von seinem Mechanikerfreund und Gastgeber gucken. Danach fuhren wir kurz ins Dorf zum Mittagessen, übrigens unser einziges richtiges Essen in den drei Tagen, sonst ernährten wir uns nur von Keksen, Mineral und Schokolade, was braucht man schon mehr.

Also kochen können sie – die Franzosen, die Esskultur wurde dort anscheinend erfunden. Was wir hier zu Lande als exquisites Abendessen kredenzt bekommen gab es dort als „einfaches Mittagsmenü“, mit einem hausgemachten Mousse o chocolat und entsprechendem Kaffee der sogar Tote wieder munter macht ( auch August ), oh la la…

 

August kämpft sich durch den Nebel und gegen miese Beleuchtung

 

Danach wurden wir noch schnell in die heiligen Hallen des Gastgebers entführt. Schon vor dieser Halle kollabierte ich, standen da nicht Peugeot 404 und 403 Pritsche, Renault Vivastella, Citroen CA4 aus den späten 20gern in unglaublichem Originalzustand unter einem Vordach herum und schienen regelrecht auf mich zu warten – bitte nimm uns mit. Als er die alte, windschiefe Hallentüre bedächtig unter lautem quietschen aufschob war es zumindest um mich geschehen. Hier standen, oder schon besser gesagt kuschelten, gut 20 Stück friedlich nebeneinander, die Creme de la Creme der französischen Autogeschichte, alles was Rang und Namen hatte, Peugeot, Renault, Citroen, Simca, Delage, aber auch so einige Fremdmarken, Prototypen und sogar mir vollkommen unbekannte technische Kulturgüter. Sehr viele Vorkriegsfahrzeuge, teilweise Erstbesitze im absolut makellosem Zustand die mich regelrecht einluden „bitte steig ein und bewege uns“

Ok – ich muss gestehen, dass ich bei dem einen oder anderem Wagen um Baujahr und um dessen Verkaufsstatus fragen musste. Einige dieser Prunkstücke wären sogar bereit mit mir die weite Reise nach Graz auf sich zu nehmen. Für mich war es selbstverständlich diese einmaligen Schönheiten nur in meinem Gedanken zu behalten und keine Fotos aus Rücksicht auf die Privatsphäre des Besitzers zu machen. Abschließend möchte ich noch erwähnen dass diese Klassiker teilweise auf uralten roten Teppichen abgestellt hat, die Halle wurde nebenbei noch beheizt. Die Franzosen konnten eben nicht nur kochen.

Ein kurzes Schulterklopfen und Umarmen, das klassische „wir sehen uns sicher wieder“, und ab ging unsere Reise Richtung ursprünglichem Ziel. Es waren ja nur noch knapp 340 km Richtung Süden, wieder durch Strassburg, bei Mulhouse vorbei, Belford, Besancon, Dole nach Saint Bonnet en Bresse. In der  Zwischenzeit wurde Pascal immer ungeduldiger, klar, er hatte doch mit dem Fahrzeugbesitzer ein Treffen um 17:30 ausgehandelt. Und dieser hatte seinen Nachbarn mit dem Stapler gebeten uns die Fahrzeuge zu verladen. Und die Franzosen sind schon mal eigen, noch dazu unbekannten Ausländern gegenüber. Pascals Anrufe häuften sich „…wo seid ihr, wann kommt ihr, warum so spät, ich rede mit ihnen.“   

Runter von der Autobahn, es dämmerte bereits, Bundesstrasse, Landesstrasse, die Gegend wurde immer ländlicher, Nebel und Dunkelheit lösten die letzten Sonnenstrahlen ab.  „Wo seid ihr jetzt?“ „Keine Ahnung, keine Ortschaft weit und breit, am GPS nur ein Strich…“ „Wie weit habt ihr noch? Wir warten schon.“ Wir hörten im Hintergrund schon lautes grölen und Gläser scheppern – sehr gut – die Jungs haben eine Beschäftigung gefunden bis wir endlich kommen.

Nach fast dreistündiger Verspätung endlich das Ortsschild Saint Bonnet en Bresse, August ging vom Gas und schon war das Ortsendeschild da, scheibe… – zu weit, verdammt kleiner Ort, elegant im stockdunklen mit Anhänger umgedreht, wieder in den Ort, die einzige Abzweigung rechts weg, wieder Ortsende. Klar, hier wohnten nur knapp 300 Franzosen, wieder im Dunklem umdrehen, erneuter Anruf mit Pascal: Hilfe, wir sind am Ende der Weltscheibe, wohin jetzt? Pascal: einfach durch den Ort durch. Wir: welche Richtung? Pascal: ja wo seit ihr denn? Wir: direkt im Ort. Pascal: in welche Richtung steht ihr? Wir: wenn wir das wüssten. Pascal: ich habe eine Idee – wir stellen uns mit dem Stapler und Gelblicht direkt auf die Straße, so findet ihr uns. Wir dachten uns: super Idee ole ole – mit einem Stapler im Nebel und stockdunklen einfach eine französische Landstraße blockieren nur damit drei chaotische Österreicher den Weg finden. Aber genau diese Idee von Pascal war unsere Rettung, nach erneutem Wenden und ausloten welche Richtung wir diesmal nehmen sollten sahen wir nach knapp 2km endlich das Gelblicht des Staplers zaghaft im Nebel leuchten. Wir waren nach knapp 21 Stunden Fahrt und 1350 km am Ziel unserer ersten Etappe.

Bonjour Pascal, bonjour Règis, die klassische herzhafte Umarmung und Begrüßung unter Gleichgesinnten. Endlich die Erlösung. Wir haben es geschafft, obwohl wir nicht klagen durften – bisher war unsere Fahrt Abenteuer pur. Die beiden Franzosen waren schon ziemlich…. nun ja, wie soll man sagen… aufgelockert. Und dann sahen wir sie im gedämpften Licht des Staplers bzw. unserer Taschenlampen, friedlich und still standen sie im Nebel nebeneinander und warteten ungeduldig darauf endlich von uns abgeholt zu werden, unsere drei Schönheiten der Begierde, die drei Objekte wegen denen wir uns diese Strapazen aufhalsten.

 

Die beiden Renault von Franz

 

Jetzt kamen die organisatorischen Diskussionen: wer wann welchen wie warum wohin wann. Da es schon ziemlich spät war und wir die geduldigen Franzosen nicht noch länger aufhalten wollten beschlossen wir folgenden Ablauf: Wir laden an diesem Abend nur noch den Traction von Pascal auf den Anhänger und fahren danach in unser Quartier nach Les Riceys. Dort hatte Pascal für uns eine Ferienwohnung seines Champagner-Dealers organisiert. Gesagt – getan: für das daß er mit seinem Stapler noch nie ein Fahrzeug verladen hatte stellte sich der Franzose absolut treffsicher und geschickt an, der Traction stand nach ein paar Minuten gut positioniert auf dem Anhänger. Nur noch verzurren und ab Richtung Quartier.

Planänderung: die beiden Franzosen wollten mit uns noch ein paar Worte „bereden“ und August war, vollkommen verständlich, saumüde. So wurde der Anhänger samt Traction am Wagen von Pascal gehängt und unser Gepäck umgeladen was sich als Herausforderung entpuppte: Pascal hat seinen Citroen zum Lieferwagen umgebaut, einen Teil der hinteren Sitzbank demontiert und im Kofferraum ein Notstromaggregat verstaut. Klar – wir wollten am nächstem Tag ja „la Grotte“ besuchen. Nach dem uns ewig lang erscheinendem schlichten unserer sieben Sachen, latschen wir schon saumüde den beiden Franzosen im dunklen hinterher in ein kleines aber sehr fein gebautes Holzhäuschen, einer richtigen Partyhütte mit Veranda, offenem Holzofen, großem Tisch und Küche.

Dort verrieten noch die Gegenstände am Tisch Pascal und die beiden Franzosen mit denen sich die drei die Wartezeit auf uns verkürzten – Bier & Whiskey. Die Stimmung hob sich sofort, es wurde gegrölt, gelacht, geratscht, wir unterhielten uns mit Händen und Füßen und dank Pascals perfekten Französisch-Kenntnissen. Zu später, wirklich sehr später Stunde brachen wir Richtung Quartier auf. Die beiden Franzosen verabschiedeten sich von uns bis zum nächstem Tag mit ziemlicher Schräglage, die Flasche Whiskey die am Nachmittag bei Pascals Ankunft geöffnet wurde war staubtrocken, der Karton Schweizer Bier ziemlich leicht. Wir suchten Pascals Auto mit Anhänger im Nebel, kletterten im wahrsten Sinn des Wortes auf unser Gepäck – ich saß rechts hinten ohne Sitzbank auf meinem Schlafsack am Boden, das Stromaggregat im Nacken, August quetschte sich daneben zwischen Werkzeug und Seilwinde, mein Vater durfte vorne die Füße ausstrecken. Ich wage behaupten zu können dass wir drei es nicht mehr mitbekamen als Pascal losfuhr um uns ins knapp 190 km entfernte Ferienhaus zu bringen.

Irgendwann wurden wir ziemlich unsanft aus dem Schlaf gerissen, es schien als ob wir uns im Gelände fortbewegten. Ein Blick aus dem Fenster, Schock – irgendjemand hat während wir schliefen die Zeit zurückgedreht, wir befinden uns in einem anderen Zeitalter. Es war stockfinstere Nacht, aber trotzdem war alles um uns erkennbar, dicker Nebel stand träge zwischen uns uralt erscheinenden Häusern, alle aus Stein gebaut, ein paar gelblich wirkende Straßenlaternen erhellten die Kopfsteinstraße auf der wir im Schritttempo fuhren. Die Straße war so eng das es wirkte als ob die Rückspiegel unseres Autos die Klinken der uralten Holztüren berührten. Die Häuser waren dicht an dicht gebaut, absolut kein Durchgang dazwischen, kein Garten oder ähnliches.

Ein Blick nach hinten – wir sahen leer Scheinwerfer unseres alten Tractions die sanft im Rhythmus der Straße wippten, es schien als wirkten sie zufrieden und glücklich in dieser Umgebung. Nichts, aber schon gar nichts deutete auf irgend eine Zivilisation hin, kein Lebewesen, nicht einmal streunende Katzen, waren zu sehen. Kein Auto, Fahrrad, keine Reklametafel, absolut nichts was auf unsere heutige Zeit hinwies war in diesem Dorf zu sehen. Man hatte das Gefühl sich im Jahre 1793 zu befinden, und jeden Augenblick würde Marie Antoinette am Schinderkarren gefesselt zu ihrer Enthauptung mit der Guillotine geführt werden.Als wir gefühlt zum dritten Mal bei der pompösen Dorfkirche vorbei fuhren wollte August schon aussteigen und zu Fuß weiter gehen, als Pascal erlösend rief – da ist es!!

 

 

Wir packten nur das Notwendigste aus dem Wagen, gingen rund um das Ferienhaus das uns Pascal vermittelt hat und suchten den hinterlegten Hausschlüssel. Voila – bitte eintreten. Und auch hier schien die Zeit stillzustehen, obwohl der Besitzer das alte Ferienhaus mit den schönsten Möbeln kombiniert mit modernem Zeugs eingerichtete hat.

 

 

 

Endlich, nach knapp 27 Stunden und 1750 km Fahrt fielen wir wie die Steine ins Bett. Keine Zeit zum Träumen, um 07:30 dröhnte der Wecker. Aufstehen, drei Tropfen Wasser ins Gesicht, ein Blick aus dem Fenster, keine Änderung zu gestern – Nebel, Nebel, und alles ausgestorben.

 

Unser Ferienhaus in Ricey-Bas

 

Schnell unsere sieben Sachen in Pascal’s Citroen packen, ein dankbarer Blick zurück und schon ging die Reise um 08:00 Uhr weiter – wir hatten heute ein dichtes Programm vor uns. Auf nach Les Riceys – dem heutigem Dorf gleich nebenan, dort wo alle lebten. Dorthin wo auch die Weinkellerei von Pascals Bekanntem Walczak Pascal ist. Wir wurden mehr als nur freundlich von „Pascal 2“ mit einem Champagner-Frühstück empfangen, was denn sonst. Dort trinkt man das Perlenwasser bereits zu früher Stunde. Pascal hat schnell wegen einer größeren Lieferung des edlen Getränkes mit dem Seniorchef verhandelt, danach haben wir die Weinkellerei besichtigt und ein paar Kartons des edlen Saftes eingepackt, klar – wir brauchten Reiseproviant. Diesmal saß ich in Pascals Wagen hinten auf einem Karton Schampus, mehr Platz hatten wir nicht.

 

Die pompöse Dorfkirche von Ricey-Bas, versunken im Nebel

 

Endlich ging es danach Richtung „La Grotte“ – jener sagenumwobenen Grotte in der Pascal vor knapp 2 Jahren über 30 Vorkriegsklassiker gefunden hat. Diese wurden auch gekauft und aufgeteilt. Um diese Grotte gab es ohne Ende die wüstesten Schauermärchen, zwischen den Fahrzeugen würden noch die Knochen der armen Franzosen liegen die dort von den Nazis hingerichtet wurden, und lauter so Blödsinn stand in den Netzwerken. Pascal fand aber in kürzester Zeit die Wahrheit heraus: in der Grotte wurden im 18. Jahrhundert Kalksteine abgebaut um die Kirche und Häuser von „unserem“ verlassenem Dorf zu errichten, danach diente die Grotte als Lagerort für den in dieser Gegend produzierten Wein bzw. Champagner. Als man dieses Lager nicht mehr benötigte stellte ganz einfach die kleine Autowerkstatt vom Dorf ihre „nicht mehr benötigten“ Fahrzeuge hinein. Voila – die Sage um „La Grotte“ war erfunden.

Wir hatten bereits duzende Fotos von La Grotte, trotzdem wurde wieder gefilmt und fotografiert ohne Ende. Pascal hatte ganze Arbeit geleistet, es waren kaum noch ganze Fahrzeuge in der Grotte, nur noch Rahmen und Technik. Vor der Grotte standen bereits einige Teile – Pascal wollte noch bis Sonntag hier bleiben um weiter zu räumen. Die Zeit drängte, noch schnell in die hinteren Gänge gekrochen wo man mit dem Kopf andauernd an schlafende Fledermäuse stieß, schnell die Deckenmalerei fotografiert, ein paar Knochen von Höhlenbären als Souvenir aufgesammelt und schon ging es wieder zum Ausgang, den Berg hinunter, ins Auto und ab Richtung Polisot.

 

 

Am Fuße des Berges von „La Grotte“

 

Polisot, jener denkmalgeschützte Ort für technische Kulturgüter wo wir von unserem Freund Martin bereits drei Sattelzüge voller Klassiker gekauft und nach Graz gebracht haben. Dies war auch ein Drehort von der Fernsehdokumentation über uns die im Herbst ausgestrahlt wurde. Martin konnte sich noch immer gut an uns erinnern und umarmte uns herzlich. Er ist immerhin schon 88 Jahre, gesundheitlich aber noch top fit. Leider liegt seine Frau seit Monaten im Krankenhaus die er täglich besuchte, so hatte er verständlicherweise für uns nicht viel Zeit. Ein paar Freundlichkeiten ausgetauscht, von der guten alten Zeit geratscht, ein Blick auf unseren Schuppen den wir vor 2 Jahren geleert haben, einen Peugeot 403 Pickup und unter einem Gebüsch einige Motorräder als neues Objekt sichergestellt, herzhafte Verabschiedung und los ging es Richtung Chauvirey le Chatel. Dort hat Pascal letztes Jahr einen alten Schuppen mit etwas Grund gekauft um sichergestellte Fahrzeuge zwischenzulagern. 

 

Kurzer Fußmarsch zur Grotte

 

Kurz nach Polisot meinte Pascal er müsse noch schnell tanken da bis zu seiner Scheune sonst keine Möglichkeit mehr bestand. Gesagt – getan, nach knapp 8km rechts rein zu einer Shell-Tanke. Pascal hatte wieder etwas „Zeitbedenken“, ich solle schnell 20 Liter reintanken, er ging bereits in die Tankstelle zum Zahlen, Paps und August blieben im Auto sitzen. Als Pascal rauskam blieb er kurz stehen, blickte mich sauer an und murrte „…was soll der Scheiß? Wo habt ihr meine Haube versteckt?“  Ich war perplex und wusste absolut nicht was Pascal meinte. „meine Haube, wo habt ihr die hingegeben? Wir müssen weiter“  August stieg aus, jetzt sah ich was Pascal meinte – vom Traction war die komplette Motorhaube mit Seitenteilen weg. Schei…. durchgerostet und nicht abgesichert. Die lag sicher irgendwo im Straßengraben. „Super, jetzt habe ich einen Traction ohne Motorhaube, schei…“   Pascal war berechtigt fertig. Aus Zeitgründen wollte er aber sofort weiter. August und ich aber nicht, das konnte nur in den letzten 6 km passiert sein. Wir fahren zurück, Punkt, aus. Und nach knapp 4km sahen wir sie, friedlich lag sie mitten auf der französischen Landstraße. Wir rechts ran, August sprang raus, holte die Haube, ich habe sie schnell festgebunden, August wendete fast zeitgleich und schon ging unsere Reise vollkommen unschuldig weiter, wir waren das nicht.

 

 

 

Gegen 14:30 kamen wir bei Pascals Scheune an – wie aus dem Bilderbuch stand sie da, am Ende des Dorfes. Vielleicht ist die Benennung Dorf etwas übertrieben, es waren zumindest einige große Landwirtschaften dicht aneinander gebaut, keine Kirche, keine Dorfkneipe. Und wie schon gewohnt keine Bewohner weit und breit. Pascal wusste genau welcher Klassiker sich hinter welcher Türe befand „…dort stehen mehrere Citroen-DS….der hat einige Enten im Hof…der hat noch einen 404 und 403 Peugeot…“  Klar – es war ja seine zweite Heimat. Wie üblich wollte Pascal alles dokumentiert haben. So musste August mehrmals mit Schwung Pascals Citroen mit Anhänger über die nasse Wiese jagen um endlich in der passenden Stellung zum Abladen des Tractions zu stehen. Paps und ich fotografierten und filmten, Pascal schwang den Dirigentenstab bis es ihm passte.

 

 

Dann die nächste Herausforderung: Schief auf einer nassen Wiese stehend einen Citroen Traction bergab abzuladen. Würde ja noch funktionieren. Als Zusatzaufgabe gab es vier total platte und zerrissene Reifen, vier blockierende Felgen, ein Getriebe wo der Gang nicht rausging, keine Rampen beim Anhänger, keine Seilwinde zum runterziehen. Pascal wirkte zu Beginn ziemlich verzweifelt, doch August und ich sahen als alte „Bergefachleute“ darin kein Problem:  Aus sämtlichen Holzpfosten die herumlagen wurde eine Rampe gebaut, mit Hilfe des Wagenhebers unter die Vorderräder Transportrollen gestellt und mittels Bergegurt an der Achse befestigt. Dann noch eine vier Meter lange uralte Holzdeichsel von einem Heuwagen genommen und den Traction mittels Hebel- und Muskelkraft abgeladen. Wir mussten nur aufpassen dass er uns seitlich durch den schief stehenden Anhänger nicht von selber ablud. Und endlich war es geschafft, gut – das Auspuffrohr stand durch die Motorhaube, die Scheinwerfer wirkten etwas leer und keine Luft in den Rädern. Aber Pascal war glücklich, und das zählte.

 

Pascal präsentierte Martin und seinem Sohn einen Teil unseres Kaufes

 

Es blieb leider keine Minute Zeit um die Scheune nach Fundstücken aus La Grotte zu durchstöbern, Pascal drängte zurecht – wir müssen noch die beiden anderen Tractions abholen. Immerhin waren wir heute schon knapp 200km gefahren, hatten gute Geschäfte und eine gelungene Abladung hinter uns, unseren alten Freund Martin besucht und die mystische La Grotte besichtigt. Was will man noch mehr? Welch Frage: Zwei weitere Tractions – was denn sonst. Diesmal klemmte sich gleich August hinter das Lenkrad von Pascals Wagen, und los ging es, wieder knapp 160km Richtung Süden. Das Wetter war trostlos und nebelig wie üblich, kein Regen, kein Lebewesen auf den Straßen.

 

Unser ehemaliger Schuppen mit neuem Projekt für 2019: Peugeot 403 Pickup

 

 

Unterwegs sahen wir einige alte Fahrzeuge, manche freiwillig „abgestellt und zur Verwertung“ freigegeben, manche unfreiwillig. In dieser Gegend kommt es immer wieder vor daß unausgelastete Jugendliche Fahrzeuge aller Art für eine Spritztour stahlen und nach Ende der Lust oder nach Ende des Benzins im Tank die Wägen einfach mitten auf der Straße abstellten und, um Spuren und Fingerabdrücke zu beseitigen, einfach abfackelten. Diese standen dann monatelang am Straßenrand bevor sie beseitigt wurden. Uns standen wieder Schweißperlen auf der Stirn: also auf keinen Fall stehenbleiben und unser Fahrzeug verlassen. 

 

„ausgeborgt“ und abgefackelt, dafür verkehrsgerecht abgesichert

 

Zügig ging es weiter durch wunderschöne, unangetastete Landschaften, natürlich nur Bundesstraße, kleine Dörfer wie Gray und Dole ( südlich von Dijon ) lagen auf unserer Reise. Und in jedem kleinem Dorf gab es natürlich einen Kreisverkehr, den hatten die Franzosen ja erfunden.Und dort standen sie; singend, Fahnen schwingend, mit Trillerpfeifen ausgerüstet, die 200 Liter Metallfässer als Holzofen verwendet – die Gelbwesten. 

All diese Demonstranten waren äußerst friedlich, von Gewalt keine Spur. Mitten unter ihnen  standen vereinzelt Polizisten, auch mit einer gelben Weste ausgestattet, sie hatten genau genommen ja die gleichen Probleme wie die Zivilbevölkerung: horrend hohe Lebenskosten in Frankreich. Und es gab absolut kein Chaos, jeder verstand worum es hier ging. Die Jungs und Mädels sperrten immer abwechselnd eine Zufahrt zum Kreisverkehr, aber nur kurz, die andere Seite wurde für 5 Fahrzeuge geöffnet. Dann kam die nächste Seite dran. Natürlich sperrten sie genau vor uns wieder zu um mit uns kurz über ihren Protest zu reden, Pascal konnte doch perfekt Französisch.

 

Die friedliche „Gelb-Westen-Bewegung“ in Frankreich

 

Endlich – um 16:00 trafen wir wieder in Saint Bonnet en Bresse bei Règis ein. Der Junge sah noch ziemlich fertig vom Abend davor aus. Wir hatten ja nach dem Verladen des Tractions in seiner Gartenhütte noch ein wenig tief in das Glas geguckt. Überall standen noch die leeren Bierflaschen vom Bier das Pascal aus der Schweiz mitbrachte herum. Übrigens ein leckeres Bierchen. Und die leere Literflasche Whisky war beseitigt, dafür stand eine Neue am Tisch, aber leider nicht mit uns – wir mussten ja noch heimfahren. Règis zeigte uns noch schnell sein riesen großes Gelände, bumsvoll mit wunderschönen Fahrzeugen und massenhaft uralten Motorrädern bestückt. Bei den Motorrädern wurde ich etwas schwach –  6.000.- für alle. Darunter alte Puch 250SGS, BSA, Mobilette, Zündap, und mir vollkommen unbekannte Marken aus den 20ger-Jahren. Ich bin mir sicher – wir sehen uns wieder.

 

 

Danach ging es zum Aufladen der beiden anderen Tractions. Leider begann es wie aus Kübeln zu schütten – daher konnten wir auch keine weiteren Fotos machen. Schade, aber wir hatten genug Erinnerungsstoff gesammelt. Die beiden Tractions wurden maßgerecht aufgeladen, die Pritsche vom Iveco war natürlich um 20cm zu kurz, so stand der Traction hinten drüber. Was nun? August fackelte nicht lange – wir brauchten keine Auffahrtsrampen mehr da die beiden Wägen sowieso nicht rollbar sind und zu Hause auch mit dem Stapler abgeladen werden müssen. Daher nehme jeder eine Rampe und haltet sie unter die Hinterräder des Tractions. Somit wurde im Bereich der Hinterräder die Ladefläche verlängert und schon stand unser Franzose sicher auf dem Iveco. Im schlimmsten Regenguss wurden die Fahrzeuge fachgerecht verzurrt. 

Dann gingen wir noch auf einen Abschiedskaffee in die Gartenhütte, bekamen für alle drei Tractions die originalen „carte grise“ – also die Fahrzeugscheine. Und los ging es, zumindest bis zur nächsten Tankstelle. Es war bereits dunkel und wir hatten ja das supertolle Licht beim Iveco. Aber nicht nur das – wir hatten auch kein Heizgebläse. August meinte das wäre nie gegangen und so saßen wir zu dritt nebeneinander und verbrauchten gut 3 Küchenrollen und tonnenhaft Taschentücher um die Scheibe irgendwie klar zu bekommen. Und das im Regen, bei Nacht, mit fast keinem Licht. Wir hatten echt Spaß in den Backen.

Bei der nächsten Tanke wurden die Champagner-Kartons und unser Gepäck von Pascal’s Auto in die Tractions bzw. in den Iveco umgeladen. Ich tankte den LKW auf, August und Pascal gingen in die Tanke um nach einem Klebeband ( beim Abladen des ersten Tractions ging das Rücklicht des Anhängers in Brüche ) und einem Stück Kabel zu fragen um eventuell das Licht zu reparieren. Als sie nach gut 15 Minuten zurückkehrten wusste ich was so lange dauerte: August hat in der Werkstatt einen alten Renault-Werbeschriftzug in Schachteln gesehen, und natürlich musste er noch schnell ein „Souvenir“ mitnehmen. Pascal verhandelt, August zahlte und ich lud die gut 1 Meter großen Buchstaben in die Tractions.Wir verabschiedeten uns von unserem Kumpel Pascal, ohne den wir dieses Abenteuer nie erlebt hätten. Er blieb noch bis Sonntag um ein wenig in „La Grotte“ zu räumen und den Boden zu fegen. Danke für alles Pascal, komm gut heim und auf ein neues Abenteuer!

Für uns ging es im Regen nächtens weiter, Richtung Autobahn nach Mulhouse. Auf der Autobahn war der Fahrtwind endlich so hoch dass er uns ein wenig warme Luft auf die Windschutzscheibe drückte. Wir waren gerettet. Die Heimfahrt verlief absolut reibungslos, August fuhr wie ein Roboter, nur kurze Rast zum Tanken und auf einen Kaffee, schon ging es weiter, Mulhouse, Strassburg, Tübingen, München, Rosenheim, Salzburg, Klaus, Liezen. Endlich – am Samstag, 24.11.2018 gegen 11:30 kamen wir nach knapp 14 Stunden Fahrt und 1450km  in Graz-Feldkirchen an wo uns Michi bereits erwartete. Wir fielen regelrecht aus dem Iveco so steif waren unsere Füße.

Ein weiterer Abschiedskaffee auf der Tanke, August fuhr weiter nach Riegersburg und wir nach Hause. Komischerweise waren wir gar nicht so müde dass wir schlafen gehen mussten, wir waren von der Fahrt noch viel zu angespannt. Am nächstem Tag fuhren Paps und ich nach Riegersburg um beim Abladen der beiden Tractions zu helfen. Und auch hier hat uns August stilgerecht mit einem Champagner empfangen. Mit einem Gläschen edlem französischem Tropfen wurde auf ein unvergessliches Abenteuer angestoßen: Merci dass alles reibungslos geklappt hat!!

 

 

 

 

Resümee eines unvergesslichen Abenteuers:

Vier Freunde gingen auf eine Reise nach Frankreich und legten in knapp drei Tagen ca. 3.300 km durch drei Länder zurück um drei alte Citroen Tractions zu retten ( mit immerhin genau 6 Stunden Schlaf ). Verrückt? Ja – total verrückt. Aber wir sind stolz darauf dieses Abenteuer durchgezogen zu haben. Und wir hatten jede Menge Spaß! Und das ist das Wichtigste an der Sache. Also was will man mehr?

…mehr wollen? Hmmmmm, nun ja, also da standen in Polisot noch der 403er-Peugeot und ein paar Motorräder unterm Gebüsch herum, in Saint Bonnet en Bresse schliefen massenhaft Motorräder und technisches Kulturgut, in der La Grotte müssten wir noch den Boden fegen und unsere Fledermäuse füttern, aus Riceys wären ein paar Kartons Champagner auch nicht schlecht, hinter dem Bauernhof an der dritten Kreuzung Richtung Dijon stand noch eine alte DS……

Ok Ok – lasst uns mal ausschlafen und im Jahr 2019 nachdenken über ein neues Abenteuer. Frankreich wir kommen!!!

Wenn jetzt jemand von euch nach meinem Reisebericht nicht zu geschockt von unseren Schnapsideen und Taten ist und sich denkt „da würde ich gerne mitmachen“ – nur Mut, bitte gerne. Meldet euch früh genug (gerne über das Kontaktformular), ihr wisst jetzt wie es bei unseren Abenteuern zugeht. Es ist jeder willkommen an unseren Erlebnissen teilzunehmen ( bevorzugt mit LKW oder F-Schein).

Wir leben unseren Traum und träumen nicht unser Leben lang!

Pascal, August, Claus & Papa“

 

Bilder und Bericht: Claus Koch

 

 

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