Mit dem Moped über den San Bernadino Pass: Waazzoouu Töfflitour 2019

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Die Liebe zu klassischen Fahrzeugen trägt die eigenwilligsten Früchte: Die einen waschen, putzen und polieren mehr als sie fahren. Anderen ist das völlig egal, die wollen nur fahren, so oft wie möglich, egal ob die Kiste glänzt oder vor Dreck strotzt. Schmodder, Kratzer, Dellen – alles egal. Dann gibt es die Schönwetterfahrer, die ihr Fahrzeug nur rausholen, wenn 3 Tage Sonne vorhergesagt wurde, keine Wolke am Himmel zu sehen ist und auch kein Pollenflug zu befürchten ist, der dem Taschentuch gepflegten Hochglanzlack zusetzen würde.

Es gibt aber auch die Schmerz-befreiten, die sich bei Wind und Wetter auf ihr Moped setzen und Schweizer Alpenpässe überqueren. So ein positiv Bekloppter ist auch Mirco Meier: Mirco kenne ich virtuell wenigstens 10 Jahre, eher mehr. Er war schon im Altblechforum mit dabei, das 2006 gestartet ist, er ist dann auch 2012 ins Nachfolgeforum zu Alltagsklassiker mit übersiedelt und zählt dort schon zum Inventar. Mit seiner Leidenschaft zum Fotografieren ist er einer der Grundpfeiler des Forums, unzählige Beiträge mit Bildern von verschiedensten Treffen zeugen davon. Die Bilder gibt es auch außerhalb des Forums auf seiner Facebookseite MM Photography zu sehen.

Aber zu eigentlichen Grund dieses Beitrages: Mirco war einer von 572 Teilnehmern, die sich bei nicht gerade prickelndem Wetter aufgemacht haben, um die 152 km von Chur über den San Bernadino Pass ( 2067 m) nach Ascona mit seinem  Pony 521 Töffli (Moped) zu bestreiten. Das ganze nennt sich Waazzoouu Töfflitour und wurde 2019 zum bereits sechsten Mal ausgetragen. Aber lassen wir Mirco selbst von dieser „Tortour“ berichten:

 

„Anfahrt nach Chur:
Der erste Treffpunkt war ein paar Dörfer weiter, da haben wir uns zu einer kleinen Gruppe gesammelt und sind dann weiter nach Chur gefahren und unterwegs hat man schon so einige Mofa Gruppen getroffen und in der Stadt sah es aus wie eine Sternfahrt, aus jeder Ecke kamen Mofas angefahren oder standen am Straßenrand und warteten auf die Besitzer. Nach kurzer Fahrt kamen wir dann auf dem Postautodeck in Chur an und waren fast wie erschlagen, da standen über 500 Mofas in Reih und Glied und nach kurzer Lichtkontrolle durften wir uns ebenfalls einreihen und bekamen Kaffee und Croissant.

 

 

Die Tour:
Punkt 7 Uhr setzte sich der Konvoi in Bewegung und die Abgase verdunkelten zeitweise das Postautodeck gehörig und begleitet vom Sound der Zweitakter gings dann quer durch die Stadt Chur in Richtung Reichenau, begleitet von der Polizeieskorte. Von da aus gings parallell zur Autobahn los durch die Dörfer und in der Viamala wartete der erste Checkpoint mit Kaffee und Benzin auf uns und von da aus gings dann durch die Rofflaschlucht weiter bis nach Splügen zum Brunch, da haben sich mehr oder weniger alle nochmals versammelt und sind dann anschließend in Richtung San Bernardino gestartet, welcher mit mehr oder weniger Tretunterstützung auch gemeistert wurde und so war die Freude dann riesengroß als die Passhöhe erreicht wurde.

 

 

Bis hierhin hielt sich auch das Wetter einigermaßen aber über dem Tessin hingen dann schwarze Wolken und so gings dann zügig weiter und schließlich hat es dann doch noch wie aus Eimern geregnet und so nahmen wir die letzten 90 Km im strömenden Regen in Angriff, jetzt hieß es nur noch durchbeißen und beten, dass die Mofas durchhalten und so erreichten wir mit nassen Kerzensteckern und durchweichten Schuhen schließlich den Treffpunkt Minusio und warteten auf die eintrudelnden Mofas. Als sich alle gesammelt hatten gings dann wieder im Massenkonvoi zum Zieleinlauf auf der Seepromenade in Ascona und so manchem entfuhr ein Freudenschrei als er das Ziel erreichte 🙂

 

 

Für mich und meinen Bruder war es besonders toll, dass wir als Frischlinge gleich Ascona erreichten und so nahmen wir unsre Medaille in Empfang und nach einem reichhaltigen Abendessen gings per Mofa auf die letzten viereinhalb km nach Locarno zum Camping und im dortigen Restaurant genehmigten wir uns noch 2 Bierchen und fielen dann todmüde ins Bett. Am nächsten Morgen hieß es dann die Mofas und Gepäck in unsren Servicebus einladen und dann gings etwas schneller über den San Bernardino heim.

 

 

Mein Fazit:
Es war wirklich ein schönes Erlebnis und landschaftlich war die Tour auch ein Hochgenuss, man hat unterwegs durchaus schöne Ecken gesehen, aber auf den letzten Kilometern hatte man dafür dann keinen Blick mehr und trotz des schlechten Wetters war der Spaßfaktor enorm hoch.“

 

 

Ein wunderbares Video der 6.Waazzoouu Töfflitour präsentiert der Verein Khur, auch die Videos aller bisherigen Töfflitouren findet man auf deren YouTube Kanal.

 

Alle Bilder:

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