Streifzug durch das Grazer Univiertel

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Der Titel macht Lust auf mehr, stimmts? Das klingt nach Party Party Party, feuchtfröhlichen Nächten in schummrigen Kellerlokalen, mit lauter Musik, knackigen jungen StudentInnen und reichlich Alkohol, billigen Drogen aus düsteren Quellen und feiern bis zum Morgengrauen!

Das kann man natürlich auch machen. Im Univiertel. Wer mich kennt, weiß das ich aus dem schon raus gewachsen bin und auch keinen fremden Frauen nachstelle. Ich treibe mich mit der Frau an meiner Seite auch durchs Univiertel, bevorzugt zu Fuß. Tagsüber. Mit der Kamera. Jederzeit bereit. Den hinter der nächsten Ecke könnte er schon lauern, der Fund auf den ich schon so lange gewartet habe. Den die Bewohner des Univiertels sind nicht nur größtenteils jung, sondern auch hip. Oft sogar Hipster. Auf alle Fälle ist der Youngtimer nirgends so verbreitet im Straßenbild in Graz, wie rund um die Hochschulen und der FH. Besonders jetzt im Herbst, wo die Bildungsstätten wieder in Vollbetrieb sind.

Den ersten Fund machten wir im Schatten der altehrwürdigen Herz-Jesu-Kirche, den obligaten Volvokombi, wie er in Uninähe stehen muß.Rot. Nicht ausgebleicht! Was auf guten Pflegezustand hinweist. Zierkappen drauf und stolz mit dem Elchwappen gekennzeichnet. Der löst in mir den *willhaben* Reflex aus.

volvo-940

Kein W123, kein W124, nein ein Baby-Benz aka W201 oder auch 190er, vertritt den Stuttgarter Hersteller. Gülden mit BBS Alus. Wobei Schiebedach und Reflektoren an den Türen auf Pensionistenbesitz schliessen lassen. Nicht perfekt, aber liebenswert.

mb-190

Ein paar Gassen weiter, gähnende Neuwagen-Leasingfadesse. Aber halt, welches Dornröschen schmiegt sich da an den Gehsteig? Japaner, klar! Aber mittlerweilen so selten auf unseren Strassen, das ein zweiter Blick nötig war um mich ins Bild zu setzen. Toyota Carina II Kombi, mit dem Modellcode T17 versehen, der von den 80ern in die 90er glitt. Kein Lifestylekombi, sondern ein Arbeitstier mit Gebrauchsspuren. Wofür Kombis früher da waren – um sperriges Gut zu transportieren. Eine Zierkappe hat sich verflüchtigt, so wie der Rest der Carinapopulation. Gen Afrika, wo die Exporteure ganze Arbeit geleistet haben und uns alle reifen Japaner weggekauft haben, kurz bevor deren Ablaufdatum erreicht war. Übergesetzt mit dem Schiff in ihre neue Heimat, leisten sie noch immer gute Dienste zwischen Kairo und dem Kap der Guten Hoffnung.

toyota-carina-kombi

Ein Kombi kommt selten alleine, noch dazu noch ein weißer. Ein Volvo. Aber jetzt nicht mehr das Kassengestell 940, sondern die Vollfettstufe 960. Die zweite Eskalationsstufe 960 II. Aber mit dem kleineren der zwei Reihensechser unter der Haube, dem 2.5 24V. Auch nicht im Concourszustand, sondern mitten im Leben. Wofür Volvos gebaut wurden.

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Grundsolide Fahrzeuge bisher. Dann das! Nahe der Neuen Technik steht dieses Coupe, in gut gebrauchtem Zustand das sich als Buick vorstellt. Mehr konnte ich ihm nicht entlocken. US-Cars sind jetzt nicht meine Stärke, Aufklärung durch Experten ist erwünscht!

pontiac

Damit es noch richtig schräg wird, gibt es einen der wenig verbliebenen Dreiradler auf unseren Strassen, der nicht im Vorgarten oder dem Kinderspielplatz sein natürliches Refugium hat. Reliant Rialto SE. Gut, ich sehe da einige die Stirn runzeln. Mir sind diese skurillen Engländer auch nicht geläufig, auch wenn man mir was ähnliches mal vor die Garage gestellt hatte. Automatisch denkt man als TopGear Seher an Jeremy Clarkson und was er dem Reliant zugemutet hat. Mutig mit sowas noch rumzukurven, aber schön das er das Straßenbild so erfrischt!

reliant-rialto

Zu guter letzt noch ein Gruppenbild mit Erbse: Fifty shades of green! Und dem S-Klasse Benz in absolut ungewöhnlicher Farbgebung. Dunkles grün mit hellem Dach und farblich abgestimmten Zierkappen. Ein feiner Abschluß dieses Streifzuges durch das Univiertel.

fifty-shades-of-green

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1 Response

  1. 20. April 2017

    […] vergangenen Herbst haben wir einen Streifzug durch das Univiertel gemacht und viele prächtige Klassikerfunde gemacht.Im Winter sind nur die wirklich hartgesottenen […]

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