Only you – Subaru

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Seit knapp acht Jahren wohnen wir hier im Norden von Graz, der schon für einige gute Sichtungen im näheren Umfeld gut war. Der eine oder andere Alltagsklassiker aus der Nachbarschaft, hat es auch in den Blog bzw. auf die Alltagsklassiker-Facebookseite geschafft. Alles war dabei, querbeet vom Brot- und Butterauto, Pretiosen und Funde wie der DKW Schnellaster, Schwarzblechfahrer wie der Mitsubishi Pajero.

 

 

Einer, der mir immer regelmäßig jeden Sommer ins Auge springt, wenn ich meine Runden ziehe, ist ein Coupe japanischer Provenienz, ein Subaru Leone Turismo. Da klingt mir dann auch wieder der Werbespruch „Only you – Subaru“, aus längst vergangenen Tagen in den Ohren. Subarus kommen selbst im Neuzustand schon kaum mehr im Straßenbild vor, was wohl am eigenwilligen Modellportfolio liegt, das weitab vom Mainstream mit gerade einmal 0,1 % Marktanteil in Österreich liegt, das entspricht 206 verkauften Modellen in den ersten fünf Monaten des Jahres 2019. Fünf Modellreihen bieten die Japaner an, deren Händler vorwiegend in den ländlich-bergigen Randlagen angesiedelt sind. Die größtenteils allradgetriebene Modellpalette war in den 80ern zwar auch nicht überbordend, aber immerhin volksnäher und einfacher gestrickt. Vermeintlich näher dran an den Bedürfnissen der exponiert lebenden Älpler. Autos ohne viel Schnick Schnack vom Kleinwagen Justy, über diverse Limousinen und Kombis, bis zu den schon damals schon exotisch anmutenden Allrad Coupes XT und Turismo.

 

 

Boxermotoren kannte man vom hunderttausendfach verkauften Krabbeltier zur Genüge, der Käfer und seine Derivate waren noch allgegenwärtig im Straßenverkehr verankert. Aber warum griff man Mitte der 1980er zum Coupe mit Boxermotor, Allradantrieb, Benzineinspritzung und womöglich noch Turboaufladung? Das Ganze in bester kantiger 80er Jahre Optik, nicht sonderlich formschön und sicher auch trinkfest was den Konsum von Benzin anbelangte. Individualisten hatten in den 80ern keine kleine Auswahl an schrägen Kisten. Ein Mazda 929 Coupe wäre ebenfalls eine gute Wahl gewesen, abzüglich Boxermotor und Allradantrieb, dafür mit Mäusekino-Armaturen und umständlicher Satellitenbedienung.

 

 

 

Deswegen freut es mich, dass solche skurrilen Fahrzeuge überlebt haben und ein wenig Farbe auf unsere Straßen bringen, abseits des Silber-grau-schwarzen deutschen Leasingkisten. Im gepflegten Zustand aber nicht verhätschelt präsentiert sich der Turismo, man darf ihm seine Jahre durchaus ansehen. Die in die langen Coupe Türen geklemmten Reflektoren lassen auf einen reiferen Besitzer schließen, solche Accessoires werden auch seit den 1990ern nicht mehr angeboten. Wer solche raren Fahrzeuge am Leben erhält, ist ein wahrer Held, solche “Spinner“ braucht die Szene um das automobile Kulturgut zu erhalten.

 

 

Servus Turismo, wir sehen uns Sommer 2020 wieder!

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