Garagenfund: Mazda 818 Coupe

Irgendwie scheint mir der Ruf vorauszueilen, das ich mich mit der Modellreihe 818 von Mazda auskenne. Könnte an den Berichten hier im Blog liegen, bzw. meiner Umtriebigkeit in diversen einschlägigen Foren. Fakt ist, das es im deutschsprachigen Raum so gut wie keine Infos zum 818 zu finden gibt – ausser eben hier im Blog. Die Modellgeschichte des 818 zu recherchieren war auch ein hartes Stück Arbeit und hat sich über viele Monate hingezogen.

So kommt es eben, das mir dann diverse 818 angetragen werden, teils zum Kauf, teils zur Begutachtung. aber springen wir zurück in das Jahr 2012, als mir „ein roter Mazda in einer Garage“ angeboten wurde. Viel mehr war der ersten Kontaktaufnahme nicht zu entnehmen. Einige SMS später wurde klar, das es sich um ein rotes 818 Coupe handeln dürfte, das seit ca. 30 Jahren in einer Garage in Wien steht und dort wohl „vergessen“ wurde. Es wurde von den Anbietern gebraucht gekauft, jahrelang gefahren, sie waren damit quer durch Europa unterwegs, u.a. auch in England, wo das Coupe auch als Schlafstätte diente.

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Wochen später bekam ich dann per Mail vier Fotos, die die Vermutung bestätigten, das es sich um ein 818 Coupe handelt. Die Fotos waren recht düster, aber man sah das das Coupe schon etwas angeschlagen war. Scheinbar gab es auf einmal einen Interessenten für das Coupe und der Kontakt riss ab.

Aus den Augen, aus dem Sinn und so verschwand das Coupe aus meinem Blickfeld, mit der Gewissheit das es verkauft wurde.

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Heuer im April kam dann ein SMS von mir unbekannter Nummer, in dem von einem „alten Mazda in der Garage“ die Rede war. Auf Nachfrage stellte sich heraus, das es sich um das 818 Coupe handelt, von dem ich über drei Jahre nichts mehr gehört hatte! Wieder forderte ich Bilder an, da mein Gedächtnis auch nicht mehr das beste ist 😉 Und wieder bekam ich nach Wochen Bilder einer düsteren Garage mit dem roten Coupe drinnen.

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Wir vereinbarten erstmals nichts, nur das ich im Urlaub sofern Zeit bleibt nach Wien kommen würde und den Garagenfund besichtigen würde. So insgeheim wäre natürlich ein Coupe schon sehr reizvoll, dann hätte ich alle Karosserievarianten des 818 beisammen, nach dem Sedan und dem Station Wagon würde ja nur mehr ein Coupe fehlen.

Zufällig ergab sich das eine Bekannte zum Flughafen nach Schwechat musste um der Hitze in den neuseeländischen Winter zu entfliehen. Da lag es nahe auch gleich dem Coupe einen Besuch abzustatten. Recht spontan haben wir dann eine Besichtigung vereinbart und ich wurde äußerst freundlich von der Besitzerin des Coupes empfangen.

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Mit Taschenlampe, Kamera und aufgefrischter Tetanusimpfung 😀 ging es in die Tiefen der finsteren Garage, wo das Coupe seit rund 30 Jahren schlummern dürfte. So genau weiß das keiner mehr, die Papiere sind irgendwo im Haus verschollen. abgestellt wurde es ca. Mitte der 1980er Jahre nachdem es das Pickerl (TÜV) nicht mehr bekam und wohl auch „etwas am Motor“ hatte.

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Aber starten wir mal den Rundgang um und durch das Coupe: Rost, Dellen und Beulen wohin das Auge blickt! Wirklich kein Blechteil wo nicht der braune Tod nagt, egal ob Kotflügel, Frontmaske, Kofferrraumdeckel oder Türen, überall gibts Not und Elend zu erblicken. Ok, als Restaurationsobjekt fällt das Coupe somit schon mal aus, wenn man die angespannte Ersatzteilsituation bei reifen Japanern kennt. Als Schlachter könnte es aber durchaus noch taugen, wenn auch für mich nur mit begrenztem Wert, den die Blechteile sind teilweise zu schlecht um was vernünftiges daraus zu machen. Bzw. hat das Coupe längere Türen und auch viele andere Teile sind nur begrenzt brauchbar, weil eben nicht passend oder eben zu schlecht im Zustand. Gespitzt habe ich auch auf die Stoßstangen, den wie fein wäre es gute auf Lager zu legen, bzw. hat die Frontstoßstange der Erbse eine kleinen kaum sichtbaren Schaden, der mit einem guten Exemplar zu beheben wäre.

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Im Innenraum gibts auch nicht viel zu holen, einerseits weil der Schimmel zugeschlagen hat, andererseits eben wegen coupespezifischer Teile. Einzig am Armaturenbrett wären einige Teile durchaus rett- und brauchbar.

Mein niedriges dreitstelliges Angebot für das Coupe habe ich hinterlassen, nachdem der Platz in der Garage niemandem abgeht kann es aber leicht sein das es noch etwas dauert bis ich ein SMS bekomme, mit der Mitteilung das ich das Coupe abholen kann.

 

 

Update 31.07.2017: Nach 2 Jahren habe ich mal nachgefragt, ob den das Coupe noch in Wien in der Garage schlummert, nachdem ich doch sehr auf das intakte Armaturenbrett gespitzt habe. Scheinbar hat sich ein polnischer Oldtimerfreund des Coupes erbarmt, es nach Hause geschleppt und restauriert es gerade. War mein Gebot doch zu frech und niedrig…

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Katzenpapa, mit der Besten aller Beifahrerinnen an seiner Seite, beheimatet in Graz,  Gründer von Alltagsklassiker, mit der Schwäche für alte Japaner, Schweden und Modellautos; Fotograf, Autodidakt, Leseratte, bewegt Mazda MX-5, Mazda 818, Volvo 960 II und Puch Maxi L

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