Alles Gute Seat! 65 Jahre auf der Straße

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Felicidades Seat!

Ein klassischer SEAT, das ist für die breite Masse absolut nichts wonach man sich sehnt! Für die meisten tauchte SEAT auch erst im Blickfeld auf, als sich die erste Modellgeneration des Kleinwagens Ibiza Mitte der 1980er unter dem neuen Herren im Haus (Volkswagen) mit eigenständigem Design und dem Motor “System Porsche“ brüstete. Bis dahin waren Seats für die meisten nur ein Abklatsch bekannter Fiatmodelle. 

Was sie ja im Grunde auch waren, den SEAT produzierte lange Zeit Fahrzeuge in Lizenz von FIAT im CKD Verfahren (Completely knocked down). Fiat lieferte die Bauteile und Komponenten an SEAT aus Italien, die in deren Fabrik zu einem fertigen Fahrzeug zusammengeschraubt wurde. Das Design und die Technik stammten aus Italien, die geänderten Markenlogos und Schriftzüge machten aus dem FIAT im Handumdrehen einen SEAT. 

 

 

Damit kommen wir auch zum Grund dieses Artikels, den SEAT begann vor 65 Jahren mit der Automobilproduktion, am 13.November 1953 lief der erste im spanischen Werk Zona Franca bei Barcelona gefertigte SEAT 1400 vom Band. In der drei Jahren zuvor gegründeten Firma lief die Produktion mit 925 Mitarbeitern aber nur schleppend an, im ersten Produktionsjahr lag der Tagesausstoß bei nur 5 gefertigten Exemplaren der viertürigen Limousine. Basierend auf dem FIAT 1400 lief die Produktion in den Jahren 1953 und 1954, eher vom SEAT 1400A abgelöst wurde. Als Allroundtalent lief der der 1400 als exklusives Behördenfahrzeug im öffentlichen Dienst, aber auch als Taxi war er sehr beliebt. 

 

 

SEAT 1400/ Bild: SEAT

 

Um wohlfeile 117.000 Peseten ( €705) konnte man einen SEAT 1400 erwerben und bekam dafür ein Fahrzeug, das auf der Höhe seiner Zeit war. Ein Vierzylindermotor mit 1395ccm lieferte 44PS an die starre Hinterachse, 120km/h an Höchstgeschwindigkeit waren damit möglich.

FIAT war mit 7% an der SEAT S.A. beteiligt und war natürlich daran interessiert, das seine Fahrzeuge auch unter dem Label vom SEAT unters Volk gebracht wurden. Bis 1984 waren sämtliche bei SEAT gefertigten Fahrzeuge auf der Basis von Fiat- oder Lanciamodellen, größtenteils sogar komplett baugleich. Es wurden aber auch diverse Modelle von Fiat weiterentwickelt und modifiziert, dazu sei der SEAT 127 als Beispiel hervor zu heben, der mittels verlängertem Radstand zwei weitere Türen eingepasst bekam und sich somit deutlich vom FIAT 127 unterschied.

 

 

SEAT 127 mit vier Türen / Bild: Volker Stanzer

 

Ab 1982 kooperierte man mit Volkswagen, das führte schrittweise zu einer kompletten Übernahme 1986 durch den Konzern aus Wolfsburg. Nach der schrittweisen Übernahme durch VW wollte man sich optisch auch vom Lizenzgeber FIAT abgrenzen und verpasste den Modellen Ronda (auf Basis des Ritmo) und Fura (127er Ableger) ein eigenständiges Front- und Heckdesign.

 

 

SEAT Ibiza / Bild: Martin Scheik

 

Die meisten Exemplare jener Zeit aus der Übernahme durch Volkswagen, als teilweise noch alte Baumuster aus der jahrzehntelangen Zusammenarbeit mit FIAT aufgetragen wurden, sind komplett von der Bildfläche verschwunden. Wo findet man heute noch einen SEAT Malaga, Ronda oder Fura? 

Gut einen roten Fura gab es mal im Grazer Raum, erst durch ein betagtes Ehepaar bewegt, dann jahrelang von der Bildfläche verschwunden und erst 2014 beim Oldtimertreffen in Haselsdorf wieder aufgetaucht. 2016 war er dann um schmales Geld auf einer der einschlägigen Autobörsen zum Verkauf ausgeschrieben.

 

SEAT Fura

 

 

Auch der Marbella , der FIAT Panda Klon, wird von ein paar Enthusiasten hochgehalten, ein besonders engagierter junger Mann mit unzähligen Exemplaren davon treibt sich auch im Alltagsklassiker Forum rum. Lukas schätzt die auf dem FIAT Panda basierenden Kleinwagen, rettet Exemplare vor der Schrottpresse und hält sie mit viel persönlichem Einsatz am Leben und auf der Straße. Mehr zu Lukas ganz aktuell bei Watt’n Schrauber.

 

Transparenz: Werbung, da Markennennung.

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Gründer von Alltagsklassiker, mit der Schwäche für alte Japaner, Schweden und Modellautos; Fotograf, Autodidakt, Leseratte, bewegt Mazda MX-5, Mazda 818, Volvo 960 II und Puch Maxi L

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