Wo steht´s geschrieben?

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Die Printmedien-Branche ist ausgesprochen talentiert. Vor allem darin, sich selbst in den Untergang zu jammern. Immer weniger Leute kaufen Automagazine, die Zahl der Abonnenten fällt stetig und überhaupt kräht kein Hahn mehr nach Geschriebenem. Steht es wirklich schon so schlecht um unsere Lieblingslektüre?  

Wenn man – egal ob auf Treffen oder Messen – mit wahllos aus der Menge gefischten Autofreaks spricht, könnte man das glauben. Dort hört man dann Sätze wie „Ich kauf es nur, wenn genau mein Modell drinnen ist“ oder „Meistens blättere ich es auf der Tankstelle durch, aber kaufen tu ich´s nicht“. Auf die Frage, woran das liegt, wird oft ein zu hoher Preis der Einzelhefte genannt. Aber Hand auf´s Herz. Vier, fünf oder sechs Euro einmal im Monat für ein Magazin sind nicht drin? Im Gegenzug wird dann oftmals beklagt, dass es so wenig Auswahl heimischer Magazine gibt. Und da beißt sich die Katze in den Schwanz. Denn Qualitätsjournalismus und ansprechende, von Profis geschriebene Texte dürfen und müssen auch etwas kosten. 

 

 

Wie finanziert sich eigentlich ein Automagazin? Über Abonnenten, Laufkundschaft und Werbung. Wobei die Werbungeinschaltungen in der Regel der größte Brocken sind. Und wann wirbt ein Unternehmen in einer Zeitschrift? Genau, wenn die Auflage passt, sprich möglichst viele Leser damit erreicht werden. Geht die Auflage zurück, weil die Verkaufszahlen nicht stimmen, sinkt auch das Interesse der Werbekunden – Das Blatt steht finanziell vor dem Ende. Und das  trifft nicht nur die daran beteiligten Journalisten, sondern ist auch ein Verlust für die gesamte Szene. Denn Blogger und Betreiber von Seiten für alte Autos sind in der Regel nicht dazu in der Lage, eine solche Qualität und Bandbreite an Texten, Themen und recherchierten Geschichten zu bringen wie ein Profi, hinter dem ein Verlag steht.  

Und ein großer Punkt, der gerne vergessen wird, ist das Feedback der Leser. Ein Magazin und seine Macher, aber auch ein Blogger oder Kolumnist sind auf das Echo der Leserschaft angewiesen. Lob und vor allem Kritik bringen sie weiter. Und immer näher an den Puls der Szene. In jedem Editorial findet sich die Mailadresse des Chefredakteurs. Im Impressum die der Redaktion. Macht euch die Mühe und schreibt den Machern ein paar Zeilen. Was euch gefällt, aber vor allem, was euch nicht gefällt. Worüber ihr gerne lesen würdet oder warum ihr das Magazin nicht regelmäßig kauft. Denn nur so kann eine Entwicklung stattfinden, von der auch ihr wieder profitiert. 

In diesem Sinne – Kauft euch heimische Oldtimermagazine, auch wenn euer Modell nicht auf dem Cover ist. Lest Geschichten über Autos, die ihr niemals kaufen würdet. Genießt Reportagen über Menschen, die ihr sonst nie kennen gelernt hättet. Schreibt Leserbriefe an die Redaktionen, egal ob voller Lob oder mit heftiger Kritik. Und interessiert euch für die Menschen, die euch mit diesen Infos versorgen. Lest das Impressum, achtet auf die Namen der Redakteure. Und wenn ihr einen solchen seht, dann sprecht ihn an. Denn eines gilt über alle Verlagsgrenzen hinweg: Ein Automagazin ist immer nur so gut, wie seine Leser und die Szene drum rum.  

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