Weizer Oldtimer Genusstour 2018

Gefühlt kaum erst heimgekehrt von der tags zuvor stattgefundenen Firmenfeier inklusive Kart-GP in Oberösterreich, klingelte bereits um 5h laut und unerbittlich der Wecker. Also aus den wohlig weichen Federn gekrochen, Lilly die Katze gefüttert und ab unter die Dusche. Den ersten Kaffee auf EX ins immer noch müde Gesicht gestellt und ab in den Polo, damit in die Tiefgarage um die Erbse aus ihrem dunklen kühlen Verlies zu befreien. Die startet nach zwei Gaspedalhüben und dem Einsatz des Choke vorbildlich beim ersten Schlüsseldreh. Kennzeichen noch umgesteckt und raus über die Rampe, in Richtung Benzinverkaufsstelle. Dort gab es noch eine kleine Schaumparty, klares Wasser und ein wenig abledern um dem größtenteils 45 Jahre altem Lack noch etwas Glanz zu entlocken. Heimwärts, die Beste aller Beifahrerinnen nach einem zweiten Kaffee aufzusammeln und ab Richtung Weiz, zum Ziel unseres heutigen Abenteuers.

 

 

Wie immer wenn man sich schon Monate zuvor bei einer Veranstaltung angemeldet hat, verschwimmt ein wenig die Erinnerung über den Ablauf. Immerhin der Startort war bekannt, alles weitere würde sich spätestens vor Ort bei der Fahrerbesprechung klären lassen. Aber die meisten Infos bekam ich dann schon auf der Anreise charmant von rechts ins Ohr souffliert, den Titel “Beste aller Beifahrerin“ habe ich schon vor 8 Jahren nicht umsonst vergeben. So war ich halbwegs im Bilde als wir in Weiz den reservierten Parkplatz, nur wenige Meter vom Hauptplatz entfernt der auch der Ausgangspunkt unserer heutigen Genuss Tour war, enterten. Und am Weg zum Hauptplatz habe ich mich ein wenig in die putzige Innenstadt von Weiz verliebt: Viele kleine Gassen und Plätze die noch richtig mit Leben und regionalen Geschäften gefüllt sind und nicht nur noch internationale Ketten, die jede Einkaufsstraße auswechselbar und unpersönlich machen.

 

 

Also auf zur Anmeldung, die obligate Haftungs- sowie Datenschutzerklärung (Danke für nichts EU!) unterzeichnen, das Starterpaket aus fassen und zurück zur Erbse, um die Startnummer 20 anzubringen. Ein erster Blick ins Roadbook sorgt für große Augen und erste Skepsis, den hier gibt es keine Chinesenzeichen, sondern Kartenauszüge aus Google Maps. Huch, ob das gut geht? Das wird sich weisen, aber erst mal ein wenig einlesen, die ersten Seiten des Roadbooks inhalieren um eine groben Überblick zu haben. Unbekannte Orte und Straßen warten da auf uns, das ist klar!

 

 

Dann doch lieber keinen Kopf drum machen, sondern retour auf den Hauptplatz und das angebotene Frühstück in Angriff zu nehmen. Kaffee Nummer drei tut ganz gut und die Gespräche mit den anderen Rallyeteilnehmern sorgt für Kurzweil. Dazwischen noch schnell Ludwig einen Alltagsklassikerpiloten in Spe an seiner Arbeitsstelle besucht, der sich kommende Woche einen Mazda MX-5 NA ins Haus holt. Schön wenn man aus virtuellen Bekanntschaften, echte Begegnungen macht!

 

 

Nach einem kurzen Fahrerbriefing vom Obmann des Veranstalters, dem Oldtimerclub Weizklamm, Erwin Piber, blieb mit Startnummer 20 noch etwas Zeit die vor uns startenden Klassiker unter die Lupe zu nehmen. Einige Pretiosen gut durchmischt mit Youngtimern und bodenständigen Klassikern, machen das Starterfeld recht bunt. Unsere Startzeit war 9h38 und so kommt mit dem näherrücken doch auch immer ein wenig Nervosität mit ins Spiel, was aber das kurzweilige Interview des Veranstaltungssprechers mit jedem Teilnehmer etwas mildert.

 

 

Also springt die Uhr auf 9h38 und wir rollen mit der Erbse los, raus aus Weiz und rein in das Weizer Umland. Nach wenigen Kilometern ist man richtig am Land angekommen, viel grün, Berge, Wälder und massenhaft Kühe auf den Weiden die gelangweilt wiederkäuend dem Treiben auf der Straße folgen. Das Experiment mit den Google Maps Karten ist gut aufgegangen, die guten Routenbeschreibungen mit Unterstützung der Bilder machten die Navigation kinderleicht, das merkt man bereits nach wenigen Seiten im Roadbook.

 

 

Kaum gestartet, erreicht man schon die erste der vier Genusstationen, Die Station „Käse“.Im ehemaligen Silberbergwerk in Arzberg reifen die Käse aus der Region in 100 Metern Tiefe zu wahren Stollenkäse-Köstlichkeiten heran. Einem dieser Käselaibe war die erste Schätzfrage gewidmet, das Gewicht war zu erraten, nach dieser Denksportaufgabe und mehrmaligem heben des Laibes, kam die Käseverkostung gerade recht. Die nächste Challenge war eine Schlauchprüfung, bei der man 1950 Meter Wegstrecke mit 40 km/h Schnitt zurücklegen musste. Die Zeit konnte man sich ausrechnen und sich dann vom WhatsApp-Joker Volvi bestätigen lassen. Unberechenbar war aber die gewählte Route, die mit deftigen Bergpassagen gespickt war, wo mangels Motorleistung und engen Kurven kein 40er Schnitt zu erreichen war. Da musste man davor und danach heftig das rechte Pedal bedienen um in die Nähe der Sollzeit zu kommen.

 

 

Nach diesen Materialmordenden knapp 2km, ging es über malerische Wege abseits der Bundesstraßen zur Genussstation 2, dem Burgeressen zu Hubers Spezialitäten in Fladnitz. Zuvor war allerdings eine geheime Passierkontrolle, sowie automobiles Wissen gefragt: Der Wechsel vom Links- zum Rechtsverkehr in Österreich war gefragt. 1938 war die korrekte Antwort. Noch satt von der Käsedegustation wartete aber schon ein Almburger, mit Zutaten aus der unmittelbaren Umgebung. Das Fleisch des Burgerpatties wächst am Hof heran und auch die knusprigen zweifarbigen Spiral-Kartoffelchips wachsen auf den eigenen Feldern. Der selbst zusammengestellte Burger sorgte für wohlige Glücksgefühle am Gaumen, aber auch für mächtige Sättigung.

 

 

So war man froh den steilen Aufstieg auf die Teichalm nicht eigenen Fußes, sondern mittels Motorkraft bewältigen zu müssen. Dort querten wir das Almfest, das tausende Besucher anlockte, das erwartete Verkehrschaos blieb aus und so konnten wir den Weg Richtung Strassegg gemächlich angehen, einzig ein Bus der eine ganze Kehre für sich beanspruchte sorgte für einen kurzzeitigen Adrenalinschub. Am Strassegg wurde ein Erinnerungsfoto geschossen, die Nagelstockchallenge erledigt Anja mit Bravour. Weiter rollten wir talwärts auf Gasen zu. Vor dem Stoani Haus der Musik, mussten wir das wohl bekannteste Lieder der Volksmusikgruppe Stoakogler, live vorgetragen auf der steirischen Harmonika, erraten.

 

 

Nur wenige Meter weiter gab es endlich wieder was zu essen! Genussstation 3 “Jausn“ war mit deftig belegten Broten bestückt, die wir ignorieren mussten, sonst wäre an eine Weiterfahrt wegen Übersättigung nicht mehr zu denken gewesen. Ein Kaffee war genau was richtige um die einsetzende Müdigkeit durchzustehen. Kaum waren wir wieder unterwegs auf unserer Route Richtung Birkfeld, ging ein leichter Schauer nieder der begleitet wurde von Sonnenstrahlen und für eine neuerliche Autowäsche sorgte.

 

 

In Birkfeld war das Rathaus ausfindig zu machen und die dortige Anzahl der straßenseitigen Fenster im ersten Stockwerk zu notieren. Die wurden im Vorfeld der nächsten Geschicklichkeitsaufgabe, beim Clublokal des Oldtimerclubs B72 abgefragt. Diese Aufgabe bestand darin, zu beschleunigen und eine Zielbremsung im vorgegebenen Feld zu absolvieren. Danach ging es über steile Bergpassagen über Heilbrunn auf die Brandluckn, wo uns im Gasthaus Unterhuber die letzte Genussstation erwartete. Davor galt aber noch, noch knapp wie möglich vor einer Stange zu parken, ohne den Tennisball abzuwerfen. Oft ist er dann doch nicht so lang wie gedacht…

 

 

 

Der freudig erwartete süße Teil der letzten Genusstation, kam in Gestalt eines Topfen-Heidelbeerstrudels auf den Tisch, damit auch genügend Kalorien aufgenommen werden konnten, das ganz in Begleitung von Vanilleeis und Schlagobers. Essen kann durchaus zu einer Challenge werden. Endgültig voll bis oben, rollten wir talwärts durch die malerische Weizklamm, der letzten SP zu. In Landscha galt es mit einem RC-Car einen ausgesteckten Parcours in vorgegebener Zeit zu absolvieren.

 

 

Danach rollten wir zum letzten Punkt der Genuss Tour, zum Ederer am Weizberg. Dort wurde ein Gruppenfoto aller Teilnehmerfahrzeuge arrangiert, die Ergebnisse der Genuss Tour wurden ausgewertet und endlich wurde wieder für kulinarischen Nachschub gesorgt. Ein feines Buffet wurde von den Teilnehmern freudig genossen, die freudige Spannung vor der Siegerehrung war bereits das Gesprächsthema an den Tischen.

 

 

Jeder Teilnehmer bekam bei der Siegerehrung eine Erinnerungsmedaille plus das auf dem Strassegg aufgenommene Bild von den Veranstaltern überreicht. Der Preisverleihung wohnte auch der Landeshauptmannstellvertreter der Steiermark, Michael Schickhofer bei, der ebenfalls allen herzlich gratulierte. Die ersten fünf der Wertung erhielten zusätzlich wertvolle Sachpreise überreicht.

 

 

Ein herzliches Dankeschön gilt es dem Veranstalterteam des Oldtimerclub Weizklamm zu sagen, ins besonders den drei federführenden Köpfen: Erwin Piber, Michael Wilhelm und Mario Kleinburger. Hut ab für die geniale Streckenführung, tolle Auswahl der Genussstationen und der kniffligen Aufgaben.

 

 

 

Weitere Bilder gibt es bei Speed is Life sowie in Kürze auf der Webseite des Veranstalters, wie auch das offizielle Endergebnis.

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Katzenpapa, mit der Besten aller Beifahrerinnen an seiner Seite, beheimatet in Graz,  Gründer von Alltagsklassiker, mit der Schwäche für alte Japaner, Schweden und Modellautos; Fotograf, Autodidakt, Leseratte, bewegt Mazda MX-5, Mazda 818, Volvo 960 II und Puch Maxi L

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