Kawasaki Estrella Projekt: Von Kolben und Ventilen

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Wenn du dich fragst warum es hier überhaupt geht, lies bitte die ersten beiden Teile meiner ganz persönlichen Kawasaki Estrella Story. 

Fertig? Dann gehts weiter mit Teil 3.

Ein holpriger Start

Irgendwas muss mir wohl kurz nach dem Kauf und der Zerlegung der Kawasaki Estrella im Herbst 2021 dazwischengekommen sein. Sonst hätte ich zumindest den nächsten Schritt – die Verbringung des Motors in Karls Schrauberhöhle und dessen Zerlegung – hier weiter dokumentiert. Aber so mitten im ganzen Corona-Wirrwarr jener Tage hatte ich beruflich gut zu tun. Man kämpfte sich durch die Lockdowns, und irgendwann war das ganze Theater dann auch zu Ende. Die Estrella schlummert seither in Volvis „Hergottswinkel“, der Ecke in seiner Halle wo die Langzeitprojekte schlummern. Nur eine Halle weiter, heisst diese Ecke „Boulevard of broken dreams“ – Liebe Grüße an Gernot und Philip. 😉

 

 

Karl packts an

Fangen wir da an, wo der letzte Beitrag hier geendet hat – irgendwann Anfang 2022. Karl, ein begnadeter Schrauber und Pilot englischer Autos und deutscher Motorräder, ist schon seit vielen Jahren Teil des Alltagsklassiker-Kosmos. Er bot sich an, den waidwunden Motor der Viertelliter-Kawa zu sezieren und der Ursache des Motorschadens auf den Grund zu gehen. Am Seziertisch bot sich uns dann ein Bild des Schreckens.

 

 

Die Diagnose

Das Hauptproblem war, dass das Auslassventil gebrochen war und den Kolben zertrümmert hatte. Dabei haben Bruchstücke des Ventils den Zylinderkopf und die Zylinderwandung beschädigt. Auch die Pleuelstange hatte dadurch Schaden genommen.

 

 

Der Auslöser

Der Grund für den Ventilbruch ist wohl in Überlastung und/oder zu wenig Ventilspiel zu finden – was auch zur Story des Vorbesitzers passt. Der ist wohl zu lange auf der Autobahn „volle Kanne“ gefahren, sprich 120 km/h Vollgas. Das mag der kleine Einzylinder gar nicht. Ideal sind eher 80–100 km/h Reisegeschwindigkeit, wie ich mich noch dunkel an meine aktive Estrella-Zeit erinnere.

 

 

Dazu kommt, dass der Ventilschaft auf der deutlich dünnen Seite ist. Somit bleiben wenig Reserven für Verschleiß, Überbeanspruchung und Wartungsmängel.

 

 

Der nächste Schritt

Karl bot sich an, den lädierten Motor zum Motorenbauer seines Vertrauens zu verbringen – derselbe, der schon den MX-5-Motor geheilt hatte. Er sollte sehen, was noch rettbar war und ob eine Instandsetzung überhaupt Sinn machte.

 

 

Auch die Teilesuche legte ich in Karls kundige Hände. So konnte die Jagd nach Ersatzteilen beginnen – nicht nur für den Motor, sondern auch für einen neuen Kupplungshebel, der ganz oben auf meiner Liste stand.

 

 

Wie es mit meinem Nipponklassiker weitergeht, ob der Motor noch rettbar ist und mit welchem Aufwand, das wirst du bald hier erfahren. 

 

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