DIY: Heute basteln wir uns ein Volkswagen-Möbelstück – Tag 3

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Kaum sind 10 Jahre ins Land gezogen, geht es auch schon munter weiter mit dem „Ich mache aus einer VW T2b Front ein Möbelstück“! 10 Jahre sind eine lange Zeit, da kann viel dazwischen kommen: Burnout, neue Liebe, neuer Job, zweimal umgezogen, das eine oder andere Fahrzeug neu im Fuhrpark oder wieder abgestoßen, Corona-Ausgangsbeschränkungen.

 

Ausgangszustand 2010

 

Wie hat das eigentlich begonnen, damals 2010 mit mir und der T2b Front? Valentin hat rumgefragt, ob nicht jemand eine recht lädierte Busfront benötigt als Werkstattdeko oder für ähnliche Zwecke. Hoch motiviert habe ich die Hand gehoben, der Kostenersatz für die Front plus Lieferung war mit einem Sixpack Gösser Märzen Bier Budget-freundlich angesetzt und wurde gleich vor Ort in Martins Garten, bzw. an der Stelle wo heute seine Werkstatt steht, unschädlich gemacht. In Martins Garten deswegen, weil wir das Ding ratz fatz zu etwas sinnvollem gestalten wollten und dort alle Werkzeuge wie ein Schweißgerät u. ä. in Griffweite zur Verfügung standen und auch reichlich Platz. Was daraus werden sollte? Da waren uns noch nicht so sicher. Stehbar, Griller, TV-Möbel, viele Ideen schwirrten in unseren Köpfen rum. Das eine oder andere Bier, Kotelett und Bratwürste gingen bei der Ideenfindung drauf.

 

Burn Baby Burn!

 

 

Der nächste Schritt war der Einkauf von Werkzeug. Flex, Exzenterschleifer, Schutzbekleidung und allerlei Kleinkram wanderten vom Baumarkt in meinen Besitz über. Am nächsten Tag schon ging es zügig ans Werk! Mein Erstkontakt mit der Flex führte dazu, das Blech im Fußraum zu kürzen. Hoch motiviert wurde gearbeitet, gemessen und der Spaß kam nicht zu kurz dabei. Die Aktion wurde ausgiebig nachbesprochen bei gegrillten Würsten und Bier. Sollte man das Ganze sandstrahlen lassen, durchschweißen und pipifein neu lackieren oder doch so patiniert belassen? Fragen über Fragen, über die ausgiebig nachzudenken war.

 

Nachbesprechung – so wichtig!

 

Und dann geschah nichts! Die Denkpause dauerte etwas länger und aus irgendeinem, heute nicht mehr ersichtlichen Grund, wanderte die Busfront, neben die neu zu errichtende Werkstatt, wo sie unter einem natürlichen Bambusdach bald Gesellschaft von einem abgesäbelten Dodge Polara Heck, einem halb geschlachteten-Maxi Moped und einem Knudsen Taunus Heckdeckel vor sich hin vegetierte. Scherzhaft wurde diese Ecke des Gartens „Boulevard of broken dreams“ tituliert, so Unrecht hatte derjenige gar nicht, der hier unfreiwillig zum Poeten wurde.

 

Ist das Kunst, oder kann das weg?

 

So wuchs währenddessen die Werkstatt in die Höhe, das in den 80er Jahren umgebaute Knudsen Cabrio, dessen Restauration anstand und deswegen sie errichtet wurde, zog darin ein. So war Martin, der nicht nur Unterkunftsgeber der Busfront war und auch ein Meister des Schweißgerätes, erstmal einige Sommer beschäftigt, um mehrere Lagen Blätterteig am Cabrio zu einer rostfreien stabilen Hülle hinzubiegen. Das Cabrio zog wider Erwartens eines Tages im Ganzen und fertig wieder aus, nicht lange darauf ein waidwunder Ford OSI ein. Dazu gesellten sich ein Puscherl Wohnwagen und ein Ford Transit Panorama, dessen bewegende Geschichte wir hier auch schon erzählt haben, zumindestens Teile davon.

Dazu kamen Auslandsaufenthalte, Krankheiten und fehlender Arbeitsgeist und der letzte zündende Funke, was man aus der T2b Front machen könnte. So gingen knapp 10 Jahre ins Land, die letztendlich für diese hinreißende Patina sorgten, die die Front jetzt hat. Gut Patina, braucht eben Weile!

 

Noch alles da, bis auf das Gitter. Hat wohl Martin als Lagergebühr einkassiert. 😉

 

Schlussendlich kann man es dem COVID19 Shutdown zugutehalten, dass das einst so ambitioniert begonnene Projekt, doch noch zu einem guten Ende finden wird. Ich habe meine umfangreiche Zeitschriftensammlung, die einen nennen es Anhäufung von Altpapier, ich neige eher zur Bezeichnung vom Alltagsklassiker Archiv, sortiert und ausgemistet. Dabei bin ich da auf einige interessante Artikel über Patina und deren Erhalt gestoßen. Obwohl Martins Panoramabus nach etlichen Monaten Überfälligkeit im Frühjahr, doch noch vom Spengler und Lackierer retour kam, war er frohen Mutes, den „Boulevard of broken dreams“ etwas zu verschmälern. So wurde ein spontanes virtuelles Jour fixe abgehalten und der weitere Bus-Fahrplan abgesteckt.

Wir einigten uns auf ein Low Budget Projekt, ohne großes Tam Tam. Ich würde Möbelrollen besorgen, Martin würde sie befestigen, um den Bus leichter manövrierfähig zu machen. Die Patina zu erhalten, war meine Aufgabe und ich las mich ein in die verschiedenen Möglichkeiten, die es gab. Nachdem meine Wahl auf Owatrol für die Oberflächenbehandlung gefallen war, war die nächste Challenge eines zu organisieren, wo doch alle Fachmärkte geschlossen haben mussten. Immerhin hatte das große amerikanische Onlinekaufhaus rundum die Uhr geöffnet und via Subhändler kam eine Literdose vom Owatrol Lack-Additiv und Rostversiegelung zügig ins Haus. Tag 2 war also der Vorbereitung gewidmet, bis zu Tag 4 verspreche ich hoch und heilig, musst du keine 10 Jahre warten. Ab jetzt geht es zackig voran!

 

P.S. Owatrol bezahlt mir nichts, das ich deren Produkte verwende.

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2 Responses

  1. Wir haben zwei „Möbelstücke“. Einmal mein Knudsen Taunus Heck von 1973 an der Hausbar mit Beleuchtung und die Schnauze von einem Sierra MK1 als Rauchertisch vor dem Haus 🙂 Bin neugierig wie das gute Stück dann ausschaut . lg Florian

  2. Micky sagt:

    Ich bin auch gespannt, wie es fertig ausschaut! Es gibt aber noch einiges zu tun. Aber im Sommer sollte es so weit sein.

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