Alltagsklassiker Saturday Night Cruising April 2018

Ein sonniger Samstagmorgen im April, vor dem Fenster üben sich die Vögel im Sängerwettstreit, ein Morgen an dem man gerne die Schlafstatt verlässt um sich den wahren Tugenden des Klassikerliebhabers zu widmen. Perfekt um am Alltagsklassiker die Spuren des Winters zu entfernen. Zeit um sich den Winterreifen zu widmen und sie gegen die sommerlichen Alufelgen zu tauschen. Zeit um mal ausgiebig das Salz von der leidgeprüften Karosserie zu waschen, neue Scheibenwischer aufzuziehen, die Gummimatten gegen die feine Teppichauslegeware zu tauschen und mal gründlich durchzusaugen um die letzten Rollsplitausläufer aus dem Innenraum zu entfernen. Zeit den Kofferraum zu entrümpeln und Eiskratzer, Scheibenfrostschutz sowie die Handschuhe und Mützen die sich so während der kalten Jahreszeit angesammelt haben, bis zum Herbst aus dem Gepäckabteil zu verbannen. Zeit sich auch der Innenraumpflege zu widmen, einmal die Kunststoffpflege am Armaturenbrett anzuwenden und die Ledersitze einzulassen. Zeit, eine Runde ums Auto zu drehen und neue Kampfspuren oder gar Rost zu entdecken. Aber auch Zeit um sich auf das Alltagsklassiker Saturday Night Cruising in Graz am Abend zu freuen.

 

 

Und da dürften sich schon viele gefreut haben, wenn man sich die Bilder des Abends betrachtet! Dabei habe ich aus einigen Mündern erfahren, das der klassische Fuhrpark noch schlummert, die Kennzeichen noch bei der Versicherung noch hinterlegt sind, oder man schlicht noch keine Zeit und Muse gefunden hat um den geliebten Fuhrpark auszuwintern. Diese langjährigen Teilnehmer parken ganz dezent ihre Dailydriver am Rande des Geschehens und tauchen in die Masse derer ein, die entweder Ganzjahresklassiker bewegen oder dem Winter bereits Lebewohl gesagt haben und die Saison bereits eröffnet haben. Es gibt aber auch einige, die scheuen eine weite Anreise nicht um mal dabei zu sein.

 

 

 

Und das Teilnehmerfeld wird von Mal zu mal wieder bunter und vor allem vielfältiger, da sind welche dabei, die man seit langem kennt und gefühlt jedes mal tauchen sie mit einem anderen Fahrzeuge aus dem nicht enden wollenden Fuhrpark auf. Da findet man dann Schätze vor am Parkdeck des Citypark in Graz, wie einen Renault R16 aus Erstbesitz, der aus dem fast 30 jährigen Dornröschenschlaf sanft erweckt wurde und mit einem nahezu jungfräulichen Innenraum glänzt. Einem Einsergolf, der von 1984 bis 2017 in zweiter Hand verhätschelt wurde und erst letztes Jahr vom älteren Ehepaar gegen einen SUV eingetauscht wurden, in den man leicht einsteigt, man wird ja schließlich auch nicht jünger. Aber es kommen auch Fahrzeuge, die aufgrund der zwei Meter Höhenbegrenzung des Parkhauses, die Luft aus den Reifen ein wenig ablassen beim Puch G, um doch dabei sein zu können, beim markenoffenen Old- und Youngtimertreffen in Graz.

 

 

Beim geselligen Gespräch kommt man dann drauf, das die Kunde unseres Treffens noch nicht zu allen vorgedrungen ist und man nur zufällig beim Einkaufen auf unsere Ansammlung am Parkdeck B4 gestoßen ist, aber man beim kommenden Treffen gerne mit dem eigenen Oldie kommen wird.

 

 

 

Keine Scheu und keine Angst, wir sind weder Club noch Verein und auch die Hemmschwelle an unserem Parkplatztreffen teilzunehmen ist eine niedrige! Mindestens 20 Jahre alt sollte das Fahrzeug sein,egal ob Fahrrad, Moped, Motorrad oder Auto, keine Tuningbastelbude – ansonsten ist alles erlaubt was gefällt. Und das sieht man auch an der Vielfalt der teilnehmenden Fahrzeuge, da findet man Fahrzeuge von den 50ern bis Mitte der 90er, vom glänzenden Chevy Bel Air Townsman bis zum gut abgehangenen Dreier Golf. Perfekte Hundeknochen RS2000, reihen sich ein neben schwedischen Volvoherden der verschiedensten Baureihen, da finden sich Dreier GTIs im Auslieferungszustand, neben tiefergelegten MX-5, ein 54er Buick Riviera Super in voller Pracht, neben einem Jeep Wrangler mit 4 Liter Reihensecher.

 

 

 

Ein große automobile Vielfalt auf kleinem Raum komprimiert, das Lust macht aufs Staunen und zu Gesprächen mit den Eignern der Perlen. Hat man sich dann mal sattgesehen und den Mund trocken geredet, wartet die Rettung in Form des Airea 55 einen Stock höher. Dort finden durstige und hungrige Besucher einen Platz und die Stillung ihrer lukullischen Bedürfnisse. Die Chefin des Hauses serviert als Snack und Gag ein paar geröstete Insekten, wenn man Manns genug ist und offen für Neues. Aber zum satt essen, sind immer noch die verschiedenen Bausätze empfehlenswerter. Bei erquickenden Tischgesprächen kommt man auf automobile Raritäten, weshalb japanische Klassiker immer noch so unterrepräsentiert sind, warum ein VW T3 B32, mehr als doppelt so teuer als ein gleich motorisierter Elfer Carrera war, die sich doch beide den selben Motortypen teilten. Fragen über Fragen, mit teils interessanten Ergebnissen.

 

 

Man verabredet sich zum kommenden Alltagsklassiker Saturday Night Cruising am 05.05., am selben Ort, zur selben Zeit. Dann cruist man heimwärts und freut sich auf einen weiteren Abend unter Gleichgesinnten.

Einen weiteren Rückblick auf das Saturday Night Cruising gibt es auch bei Lukas Wieringer.

 

 

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