Alles nur geklaut – Contentdiebstahl und seine Folgen

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Ich finde es ja toll und schmeichelhaft wenn meine Beiträge geteilt und damit weiterverbreitet werden, was in den sozialen Medien einfach und gut funktioniert. Da drückt man auf Teilen, man erreicht viele, trotzdem sieht man aber noch wer der Urheber war. Wird aber mein geistiges Eigentum frech kopiert und auf einer fremden Webseite ohne mein Wissen publiziert, werde ich stinkig.

So wie es Anfang Oktober ein österreichischer Oldtimerhändler praktiziert hat: Meinen Beitrag vom Herbst 2015 mit den „21 Tipps für das perfekte Einwintern des Klassikers“ 1:1 kopiert und auf seinen Blog, mit bis dahin genau einem Beitrag eingefügt. Gut er hat einen Link zum Ursprungsbeitrag eingefügt, aber kein Wort darüber verloren. Geschweige den angefragt ob er den Beitrag verwenden darf. Und das kann nicht sein! Es gibt in Österreich Gesetze, die das Urheberrecht schützen, den hier lag eindeutig ein Missbrauch dieses Gesetzes vor.

 

alles-geklaut

 

Ich verwende WordPress als Grundgerüst für den Blog, ein feines Content Management System mit vielen sinnvollen Erweiterungen und viel Gestaltungsspielraum. Dort gibt es die Funktion Pingback, die einen darüber informiert, sobald ein Beitrag am Blog irgendwo in den Weiten des WWW verlinkt wird. So bin ich auch den frechen Datendieben auf die Schliche gekommen, das Sie meinen Beitrag entwendet haben um damit auf Ihrer Webseite zu brillieren.

Manche denken ja nach wie vor, das man über alles was man im weltweiten Internet findet frei verfügen kann. Im Grunde ist das ja so, man kann sich alles ansehen, lesen, Bilder ansehen. Für den privaten Gebrauch kann man sich diese Bilder auch runter laden, vervielfältigen und ausdrucken. Genauso läuft es auch mit Texten. Es kann sich jeder meine Beiträge, ausdrucken, abheften oder an die Wand pinnen. Nur sofern es zu einer Wiederveröffentlichung, bzw. die Bilder wieder ins Netz gestellt werden, liegt eindeutig ein geistiger Diebstahl vor, bzw. eine Verletzung der Bildrechte.

Aber auch da macht der Ton die Musik: Fragt man mich freundlich, kann man gerne Textauszüge aus dem Blog zitieren, mit dementsprechender Quellenangabe versteht sich. Ebenso Bilder des eigenen Fahrzeuges können nach Anfrage verwendet werden, gerne auch in voller Auflösung und ohne Wasserzeichen je nach Zweck!

Für die, die das trotzdem ignorieren hilft dann nur mehr der Weg zum Anwalt, der sich auf Urheberrecht spezialisiert hat. Der freut sich über leicht verdientes Geld, wenn die Sachlage sich so wie es sich bei mir abgespielt hat darstellt. Da kommen dann gleich mal ein paar Hunderter an Anwaltskosten plus festzulegenden Schadenersatz für den geistig bestohlenen zusammen. Dazu wird der Contentdieb freundlich aufgefordert, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichen. Nach der ersten Aufforderung vom Anwalt, wurde ich von den Beschuldigten kontaktiert, die sich sehr reuig und einsichtig zeigten. Klar, ich will mich an niemandem bereichern wegen so eines unangenehmem Zwischenfalls, deswegen wurden meine Forderungen, sowie die des Anwaltes auf ein Minimum reduziert. Mich hat in diesem eindeutigen Fall Dr. Stefan Schoeller kompetent und flott vertreten, kann ich nur wärmstens weiterempfehlen.

Diese 100 Euro Schadenersatz, werde ich auch nicht für mich in Anspruch nehmen, sondern einem guten Zweck zuführen und sie spenden. Die Spende geht an die Oldtimerspendenaktion des Oldtimer Markt Magazins, die es bereits seit 1990 gibt. Mit diesen Spenden wird an den Universitätskliniken Gießen und Mainz die Kinderkrebsforschung unterstützt.

Vielleicht sollte ich dazu auch mal erklären wie es zu einem dieser Beiträge hier auf dem Blog kommt. In erster Linie ist das Schreiben eines Blogs mit Arbeit verbunden! Klar ist Alltagsklassiker mein Hobby, aber ein Hobby das viel Zeit frisst, mir aber trotzdem viel Freude bereitet. Aber gute Artikel mit Mehrwert für den Leser brauchen Zeit. Zuerst gibt es immer eine Idee, die ich mir gerne in Evernote notiere. Dazu kommen im Laufe der Zeit immer wieder Gedankenschnipsel hinzu, bis irgendwann das Grundgerüst für einen Beitrag steht. Dann beginnt die Recherche, teils in Fachliteratur, teils in Magazinen aber natürlich größtenteils im Internet. Nicht zu vergessen sind Gespräche und Chats mit Freunden und Bekannten, die oft über ein gewaltiges Fachwissen auf dem jeweiligen Gebiet verfügen. Hat man genügend Infos zusammen getragen, wird es Zeit das ganze in Wort auf dem weißen Blatt bzw. dem leeren Worddokument zu fassen. Da gehen schon mal Stunden drauf, die man benötigt um das ganze in Text umzusetzen.

Dann kommt die Korrektur und es gilt passende Bilder für den Beitrag zu suchen. Entweder hat man schon passende eigene im Archiv, oder man muss noch raus um welche anzufertigen. Da gehen dann auch gerne noch mal etliche Stunden drauf, denn die Suche nach einer passenden Fotolocation, das zurechtrücken des Fotomotivs und die anschließende Bearbeitung brauchen Zeit. Dann ist der Beitrag fertig und ist bereit zur Veröffentlichung, damit ist es aber noch nicht getan. Dann wird der Beitrag über die sozialen Medien wie Facebook, Twitter, Instagram und Google+ noch an die Zielgruppe verteilt, damit der Leser den frischen Content bis an den Computer bzw. sein Smartphone geliefert bekommt. Dazu kommt noch noch die Betreuung all dieser Kanäle, den es gibt Kommentare und Fragen zu beantworten.

Da ist es dann denke ich verständlich wenn man sauer wird, wenn einem die mühevoll zusammengetragenen Infos, so mir nichts dir nicht geklaut werden.

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