14 Tage Balkan-Roadtrip : Die etwas andere Maturareise 1/2
Bei einem der letzten Alltagsklassiker Saturday Night Cruising komme ich mit Alex und seinen Freunden ins Gespräch, die gerade mit ihrem frisch erworbenen VW LT beim Treffen verweilten. Dabei stellt sich heraus, dass sich die Jungs den LT für ihre Maturareise der etwas anderen Art gekauft haben – ein Roadtrip durch den Balkan steht auf dem Plan.
Mein erster Gedanke war: Jaaaa, geil!
Mein zweiter: Da müsst ihr uns mitnehmen – wenn auch nur in einer Geschichte, die ihr uns hinterher im Blog erzählt.
Also habe ich meinen Wunsch deponiert, dass sie doch Fotos machen und uns im Anschluss von ihrem Abenteuer berichten sollen.
Alex hat Wort gehalten – und somit darf ich hier den ersten von zwei Teilen ihres Balkan-Roadtrips präsentieren.
Ein Roadtrip durch den Balkan: von so etwas träume ich schon seit langem. Als die Frage nach einer Maturareise aufkam, wusste ich sofort, was zu tun ist. Ich habe meine engsten Freunde zusammengesammelt und angefangen zu planen. Ersparen werde ich euch alles, bis auf die Fahrzeugsuche, für die Lukas und ich zuständig waren.
Die Fahrzeugsuche
4 Personen, viel Gepäck und reichlich Platz – ganz klar, ein Minivan muss her. Unser erstes Budget von 2000€ hat uns nirgends hingeführt. Zu dem Preis gibt es zerfallende Chrysler Voyager, Volkswagen T4 mit Getriebe wie ein Suppentopf oder eben Ersatzteilspender. Nach der Verdoppelung des Budgets haben wir schon mehr gefunden. Besonders gefallen hat uns ein Mitsubishi L300 aus Ungarn. Es wäre alles perfekt gewesen, wäre da nicht die österreichische Bürokratie. Wir hätten unmöglich in der Zeit dieses Auto importieren und anmelden können. Das allerletzte Fahrzeug, welches wir besichtigt haben, war ein Hyundai H100, welcher laut ÖAMTC, ich zitiere, „zum wegschmeißen“ war.

Alles schien verloren, bis ich aus versehen die Nutzfahrzeug Kategorie geöffnet habe – und da war er.
Ein 1986er Volkswagen LT45 aus Salzburg. Ehemaliges Bundesheerfahrzeug, wenig Kilometer, top technischer Zustand, saubere Mängelliste. 3 Fahrten nach Salzburg später und 4000€ + 2 Kisten Bier weniger hat er uns gehört. Die Reise aus Salzburg hier her hat er ohne Probleme überstanden.
Was war zu tun?
Weder das Bundesheer, noch die 5 Salzburger danach haben ihn jemals liebevoll wie einen Oldtimer behandelt. Dementsprechend war alles so dreckig, als hätte ihn irgendwann jemand eingegraben. Das andere offensichtliche Problem war, dass er nicht mehr als 70km/h schafft. Sicher, beim 75PS Sechszylinder Diesel kann man schon sagen, dass da eben nicht mehr als das geht, aber das Problem lag am Gaszugseil, welches nicht das richtige war. Da der original Gaszug quasi unmöglich zu bekommen ist (wir suchen immer noch, gerne mal beim Saturday Night Cruising ansprechen), haben wir einfach den Hebel an der Einspritzpumpe eingestellt. Sonst war noch die Ventildeckeldichtung zu tauschen und viele, viele Kleinigkeiten, also nichts, was wir als Amateur-Schrauber nicht schaffen konnten.
Für die Reise haben wir natürlich für einiges an „Luxus“ gesorgt. Erst einmal haben wir alles außer den Boden schallgedichtet (Diesen hat der Vorbesitzer innen voll mit Seilfett beschmiert…). Ein Radio und Lautsprecher mussten wir nachrüsten, da die Militär-Ausstattung eben aus keiner Ausstattung besteht, außer vielleicht einem 12V Anschluss. Eine Powerstation haben wir uns besorgt, denn einer von uns hatte einen Mini-Kühlschrank. Taschen und Stauraum hatten wir auch genug, Kisten haben wir auf die Ladefläche geschraubt. Ventilatoren dürfen auch nicht fehlen, ohne Klimaanlage. Fast alles haben wir auf Willhaben.at bekommen, um Kosten zu sparen.
Eine letzte Katastrophe
Wir waren gerade auf unserer letzten Testfahrt nachdem wir das Kühlsystem gespült hatten. Plötzlich – Bumm. Der Kühlerlüfter hat die Gummimanschette, die außenherum verläuft, eingesaugt und sich in lauter Einzelteile zersprengt. Natürlich haben die abgebrochenen Ventilatorblätter das Gaszugseil sauber durchgeschnitten. Zum Glück ist dem Kühler nichts passiert.

Die Heimfahrt ist im Co-op erfolgt (Einer fährt, einer zieht am Gasseil), aber wir hatten nun ein massives Problem: In 3 Tagen war die geplante Abfahrt und wir müssen 2 Teile ersetzen, welche normalerweise nie ersetzt werden müssen und schwer zu finden sind.
Innerhab eines Tages, nachdem wir jede Anzeige und jeden Kontakt ausgeschöpft hatten, hatte jemand in Wien einen Lüfter wie unseren, nur mit 4 mehr Blätter. Diesen haben wir am selben Abend noch geholt. Das Gasseil wurde mit dem eines Rasenmähers geflickt.
Tag 1: Angenehmer Anfang
Tatsächlich waren wir wie geplant zu viert startklar: Raphael, Alex (ich), Roman und Lukas.

Gleich nach der Abfahrt hat die Warnleuchte der Temperaturanzeige geblinkt, obwohl die Nadel noch im Normalbereich war. Da das normalerweise bedeutet, dass zu wenig Kühlwasser im System ist, haben wir eben hin und wieder nachgefüllt. Geändert hat sich dies allerdings nie. Das erste Ziel unserer Reise war das Zugmuseum in Ljubljana.
Einige schöne Exponate stehen in diesem Museum, ich kann es Interessierten nur empfehlen. Für den Nachmittag haben wir einen verlassenen Felsenbunker der Jugoslawischen Armee besucht. Es ist eine steile Bergfahrt und etwas Suchen, um dort hinzukommen, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Geschlafen haben wir in Karlovac, kurz nach der Grenze von Kroatien. Das Kriegsmuseum dort hatte leider zu. Insgesamt sind wir an diesem Tag 9 Stunden gefahren und haben 376 Kilometer zurückgelegt.


Tag 2: Lost Places
Nach einem kurzen Stopp beim kroatischen Spar gings auch gleich weiter. Nicht weit weg von Karlovac steht das verlassene „Denkmal des Aufstandes der Einwohner von Kordun und Banija“, welches für den jugoslawischen Widerstand im Zweiten Weltkrieg steht. Seitdem die Armee das Gebäude während dem kroatischen Unabhängigkeitskrieg besetzt hat, liegt es dem Verfall vor.
Gegessen haben wir in einem Restaurant am Fuß des Berges, wo ich den ersten Shopska der Reise bestellt habe, ein Salat, der im ganzen Balkan am weitesten verbreitet ist. Der nächste „Lost Place“ ist recht bekannt, aber absolut sehenswert. Es ist ein unterirdischer Militärflughafen direkt an der Grenze zu Bosnien. Die damals hinterlassenen Minen wurden von der EU entfernt, jetzt steht dieser Flughafen verlassen da, nähe des Izacic Grenzübergangs. Man kann direkt bis zum Eingang fahren, wo in unserem Fall bereits ein paar Deutsche Vans gestanden sind. Weiter drinnen steht ein Gebäude, durch welches man sich durchschlagen kann, wir sind aber in den Tunnel rechts abgebogen. Wenn man von dort aus immer geradeaus geht, kommt man zum zweiten Eingang. Die Tunnel sind sehr eindrucksvoll und auf eigene Gefahr zu besuchen.
Insgesamt war ländliches Kroatien überraschend schön. Die meisten Leute gehen nur ans Meer, was eigentlich schade ist, da es so viel im Inland zu sehen gibt.
Weiter geht’s in Bosnien. Sofort bemerkt man einen Unterschied im Fahrstil der Leute. Aggressiveres überholen, generelle Rücksichtslosigkeit, ganz klar, wir sind im Balkan. Auf der weiteren Fahrt hätte ich die Reise beinahe am zweiten Tag wieder beendet. Ganz klassisch für einen Roadtrip hatten wir eine Biene im Auto. Keiner ist ausgeflippt, wir haben einfach gewartet, bis sie endlich wieder aus dem offenen Fenster fliegt. Diese Biene war dann irgendwann neben meinem Kopf, und ich habe mein Fenster weiter aufgemacht, damit sie hinausfliegen kann. Damit war ich so abgelenkt, dass ich gar nicht mehr auf die Straße geschaut habe. Langsam drifte ich weiter nach rechts, und dann auf den sehr hohen Randstein mit großen, spitzen Steinen und Straßenstipfeln dahinter. Natürlich habe ich sofort reagiert und wir sind stehen geblieben. Wundersamerweise hat sowohl der Reifen als auch alles andere überlebt. Alles, was an den Vorfall erinnert, ist die seitdem quietschende Federung.

Das Ziel für den Tag war Drvar, ein kleines, unscheinbares Dorf. Dort gibt es „Tito‘s Cave“, welche eine nicht beschriftete Spalte im Felsen ist. Nicht einmal Schilder oder irgendetwas, was diesen historischen Ort beschreibt. Auch hat man deutlich gemerkt, dass uns einige Leute nicht wirklich mochten. Drvar liegt im Serbischen Teil von Bosnien, also macht es Sinn, dass viele einem Österreichischen Bundesheer LKW nicht freundlich gesonnen sind. Wir wurden auf den Millimeter eingeparkt, verscheucht auf der Suche nach unserem Apartment, und grantig angeschaut. Der sehr alte Herr, der das Apartment bereitgestellt hat, war aber sehr freundlich, obwohl er kein Wort Englisch gesprochen hat. Das war die beste Unterkunft von allen auf der ganzen Reise. Ich sollte wahrscheinlich erwähnen, dass wir alle Unterkünfte in der Früh über Booking.com gebucht haben. Insgesamt ein spannender Tag.

Tag 3: Travnik
Dieser Tag sollte ein entspannter sein mit recht wenig Fahrt. Bis dahin sind wir durch viel Nichts gefahren, aber jetzt geht’s ins Gebirge. Das einzige Zwischenziel des Tages war Jajce, wo wir die Burg besichtigt und Cevapi zu Mittag verspeist haben.

Das Hauptziel war allerding Travnik. Dort würden wir am Nachmittag einen Freund von mir treffen, der uns die Stadt zeigt. Nicht nur haben wir uns am Weg verfahren, wir haben auch das Quartier nicht gefunden. Erst nach der Suche nach öffentlichem Internet konnten wir uns sowohl mit der Unterkunft als auch dem Freund verständigen. Er hat uns bei seinem Haus parken lassen und uns viel gezeigt. Gegessen haben wir schon wieder Cevapi, dafür aber sicher die besten, die ich je gegessen habe. Bis spät am Abend sind wir durch die Stadt gewandert und haben viel von ihrer Geschichte erfahren.

Tag 4: „Camping“
Gleich in der Früh, nach einem Kaufland-Frühstück, ging es weiter in Richtung Küste. Viele Bergstraßen später waren wir in Konjic, für „Tito’s Bunker“. Die Pizza dort war aber anscheinend so gut, dass wir uns gegen den Besuch entschieden haben und beim umparken einen Blinker abgefahren haben.
Danach war Mostar am Plan. Normalerweise meiden wir größere Touristenziele, aber es war recht schwer in der Gegend noch etwas zu finden. In Mostar haben wir sehr weit außen geparkt und sind zu Fuß zur Altstadt gegangen. Die Stadt an sich ist wahrscheinlich eine der hässlichsten Städte, die ich je gesehen habe. Grau, deprimierend und einige Zeichen vom Krieg. Die Altstadt war auch wirklich nichts Besonderes, vor lauter Souvenirstände hat diese auch kaum gesehen. Ich erspare euch Fotos von dieser Stadt. Die Endstation war der Campingplatz bei den Kravica Wasserfällen. Die Einfahrt ist wirklich steil, aber dank hinterer Differentialsperre kein Problem. Bevor wir uns entspannen konnten, mussten wir allerdings noch etwas reparieren. Anscheinend haben wir den Keilriemen beim Lüftertausch nicht genug gespannt, denn der ist in den letzten Tagen beim Starten immer mehr durchgerutscht. Zum Glück geht das ganz einfach mit Brechstange und Schraubenschlüssel. Die Campingausrüstung bestand aus Luftmatratzen, Gasgriller und Klappstühlen. Gelsen gibt es im Juni zum Glück kaum welche, also haben wir es uns mit ein paar lustigen Getränken bequem gemacht. In all den Vorbereitungen hab ich komplett vergessen, ein gutes Foto von den Kravica Wasserfällen zu machen.
Die Nacht war für die einen kalt, für die anderen warm. Die Luftmatratzen auf der Ladefläche waren kaum genug aufgeblasen, dass man den Boden nicht berührt hätte. Ich habe auf der Rückbank geschlafen, für mich wars also noch am bequemsten.

Tag 5: leicht verfahren
Ab da kommt der Teil der Reise, in dem wir wirklich viel fahren und uns nicht allzu viel anschauen. Das sind die Kosten, mit denen man leben muss, wenn man in 2 Wochen 10 Länder besuchen will.
Bosnien war auf jeden Fall eines unserer Lieblingsländer auf der Reise. Dafür, dass so wenige Menschen dort Leben, war es doch sehr abwechslungsreich. Wo im Norden es viel hügeliges Nichts gibt, sind in Zentralbosnien wirklich eindrucksvolle Berge. Es war toll, so viel über Travnik zu erfahren und einen Einblick in muslimische Kultur zu bekommen. Es fahren erstaunlich wenige alte Autos herum, da es anscheinend eine Regel gibt, dass sie nichts unter Euro 4 importieren dürfen. Und doch sieht man Zastava, MAN auf LT Basis, sehr viele Mercedes T1 und mit etwas Glück auch FAP oder auch eine GAZelle.
Jedenfalls waren wir recht schnell in Montenegro. Dort würden wir das einzige Mal ein Meer sehen, da wir ganz einfach der Küste entlangfahren und außerhalb von Podgorica übernachten wollten. In den Städten war immer sehr viel Verkehr und auch Stau. Nach einer langen Start-Stopp Fahrt sind wir in Tivat stehengeblieben, um zu essen und ein Museum anzuschauen. Während wir durch die Stadt gehen, merke ich endlich, was mir bis dahin so komisch vorgekommen ist: Autos sterben beim Anfahren mehrere Male ab, fahren gegen die Einbahn, Leute gießen ihren Kies, sammeln Steine im Nirgendwo ohne Transport in Sicht… Es fühlt sich an wie in einem Videospiel, in dem die Hintergrundcharaktere nur so tun müssen als ob. Auch in dem Restaurant, in dem wir waren, waren zwar sieben Leute in der Küche und wir waren fast die einzigen dort, aber es hat trotzdem wirklich sehr lange gedauert. Bevor sie es uns die vier Burger gebracht haben, haben sie diese auch noch fotografiert, als hätten sie noch nie einen Burger gemacht. Das hat so lang gedauert, dass das Bootsmuseum schon zu hatte. Bei der Weiterfahrt wird’s noch wilder: Vor uns biegt ein alter LKW aus, der Reifen geladen hatte. Sofort sieht mein österreichisches Auge, dass absolut keine Ladungssicherung betrieben wurde. Tatsächlich steht da ein Reifen, aufgestellt, in Fahrtrichtung, bei offener Heckklappe. Da rollt er auch schon runter, und ich springe schnell raus um ihn aufzufangen. Der LKW ist einfach weitergefahren und ich musste den Reifen neben der Straße lassen. Keine Ahnung, ob es einfach nur ein Kulturschock ist, aber sowas habe ich noch nie gesehen.
Jedenfalls sind wir nach einer Weile auf eine Straßensperre gestoßen. Die Polizei hatte eine der wenigen Straßen nach Podgorica abgesperrt und nach einer halben Stunde war klar, dass das noch länger dauern würde. Also sind wir am Stau vorbei, bei einer anderen Ausfahrt raus und auf einen zweistündigen Umweg.
Die Straße war neu und wunderschön. Die Gegend leer und sehr steinig. Da wir ohne Internet keine Möglichkeit hatten, die Straßen vor uns genauer zu sehen, waren wir ganz schnell irgendwo in der Wildnis, ohne GPS oder irgendein Anzeichen von Zivilisation außer ein paar verfallenen Steinhäusern.
Viel, viel später sind wir aber doch noch angekommen und nach einer Stunde suchen haben wir auch die Unterkunft gefunden.

Tag 6: ein kurzer Umweg durch Albanien
Albanien hat uns wirklich schockiert. Alles war wirklich sehr heruntergekommen, aber die Spritpreise fast so hoch wie bei uns. Das schlimmste waren aber die Fahrer: sie wissen zwar, was sie tun, aber scheinen zu glauben, sie wären unsterblich. Wenn es links nicht zum Überholen geht, schaut man halt ob es rechts geht. Der Warnblinker Knopf scheint ein überall-gratis-parken-Knopf zu sein. Es hat nicht lange gedauert, bis beinahe etwas passiert wäre. Wir waren auf einer schmalen, einspurigen Straße mit Häusern und parkenden Autos. Obwohl wir bereits fast 20 km/h drüber fahren, wie es dort eben üblich ist, drängt sich ein massiver BMW-SUV hinter uns auf. Ich habe es nicht glauben können – Auf dieser Straße, auf der kaum der LT selbst Platz hat, setzt der zum Überholen an, Zentimeter von den Hauswänden entfernt. Ich kann nicht weiter nach recht, da eben da noch ein Lieferwagen parkt. Die Spiegel vom Lieferwagen und uns berühren sich, der BMW kommt gerade noch so davon. Zum Glück ist beiden Spiegeln nichts passiert, da sie so massiv gebaut sind.
Unser Ziel für den Tag war Bunk’Art in Tirana, eine Bunkerausstellung. In der Stadt selbst herrschte aber so ein Chaos, dass wir schnell nur mehr das Weite gesucht haben. Ein Ovalverkehr, in welchem drei vierspurige Straßen auf zwei Spuren kommen, war der Höhepunkt.

Zum Glück hatten wir genug Jause mit. Der Rest der Fahrt war zwar weniger turbulent, aber bei weitem nicht wie geplant. Unser Navigator hat uns auf einen „kleinen Umweg“ geführt, welche der eh schon langen Fahrt noch einmal 2 Stunden angehängt hat. Die steilen Bergstraßen mussten wir teilweise mit 30 km/h hochtuckern, aber der LT hat das ohne Probleme gemeistert. Wenigstens war die Landschaft ganz schön.
Original wollten wir eigentlich durch Griechenland, allerdings hatten wir uns am Vortag auf Mazedonien umentschieden. So war unser Endziel des Tages die Stadt Bitola. Mazedonien hat uns überrascht – alles war sehr sauber, die Leute waren nett und vor allem konnten die Leute endlich wieder fahren. Bitola war trotz der späten Stunde sehr aktiv und voll mit Menschen und Live-Musik. Die Pizza am Abend haben wir wirklich gebraucht. Endlich konnten wir uns dank meiner Bulgarischkenntisse wieder verständigen.


Tag 7: Mazedonien
Ein weiterer Tag, eine weitere Planänderung. Erst waren wir am Berg, bei zwei Flugzeugen und einer tollen Aussicht über die Stadt.
Kaum sind wir weitergefahren, fahren wir auch schon an einem Autotreffen vorbei. Wir hatten keine Ahnung, dass es genau in der Stadt an diesem Tag stattfindet, also sind wir spontan hin. Obwohl es schon 10 Uhr war, sind die meisten Aussteller erst angekommen. Uns haben sie nicht mitmachen lassen, da anscheinend alle Plätze bereits reserviert waren.
Diese nette Ablenkung hat uns dazu verleitet, etwas länger in Bitola zu bleiben und dafür ein anderes Ziel zu überspringen. Die Stadt ist wirklich schön und ich kann diesen Ort nur jedem empfehlen.
Zwar waren wir bis jetzt nur in ehemaligem Jugoslawien, aber so viele Zastava Yugo habe ich nirgends auf der Straße gesehen. Vom Westen als das „schlechteste Auto der Welt“ abgestempelt, hier scheinbar noch ein häufiges Alltagsauto. So schlecht kann es dann ja doch nicht sein. Ansonsten beginnen hier auch bereits die Soviet-Fahrzeuge: UAZ, Lada, Ural, GAZ, etc.
Jedenfalls sind wir nach einer Weile in einem kleinen Ort namens Kavdarci stehengeblieben, um etwas zu Essen. Die Parkplätze werden alle über SMS bezahlt, was uns allerdings nicht möglich war. Ein älterer Herr hat uns auf einen freien Parkplatz gewiesen, für den man nicht zahlen muss. Hier habe ich auch tatsächlich einen 21er Wolga gesehen, der Vorgänger von meinem Eigenen. Nach einem traditionellen Mittagessen ging es auch schon weiter nach Bulgarien.


Alle Grenzen bis jetzt waren überhaupt kein Problem – keine Wartezeit, maximal wollten sie auf die Ladefläche schauen. Die Mazedonisch-Bulgarische Grenze war bei weitem die strengste. Wir wurden in die LKW Spur gezogen, vollständig durchsucht und mussten dann durch einen Desinfektions-Tunnel. Die Beamten waren alle sehr freundlich, Kommentare wie „Wo wollt ihr denn mit dem Teil hin??“ waren normal. Ein Gespräch habe ich überhört: Beamte 1: „Was ist das denn?“ Beamter 2: „ein Panzer“.
In Bulgarien hat uns so spät nur mehr ein Motel genommen. Es war zwar die schlechteste Unterkunft bei weitem, mit Schimmel und Staubläuse, jedoch habe ich bei weitem am besten geschlafen.


Na, bist du nun neugierig auf Teil zwei? Den findest du hier.
Alex und Lukas findest du auch auf Instagram.

Gründer von Alltagsklassiker, mit großer Schwäche für gut gereifte japanische Fahrzeuge, Prospekte und Modellautos; Fotograf, Vitrinist, buchaffin, bewegt Mazda MX-5 NA V-Special, Mazda 818 Sedan de Luxe, Ford Focus Turnier MK3, Puch Clubman, Bianchi Arcadex und Puch Maxi L.



























































