Roadtrip in die Stadt der Autolegenden: Stuttgart und das Porschemuseum

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Lange herbeigesehnt, immer wieder haben wir es aufgeschoben,aber am zweiten Oktoberwochenende hat es doch endlich geklappt: Der Roadtrip in die Stadt der Automobillegenden, Stuttgart. Der Zeitrahmen war ein knapper Anfang Oktober, Samstag zeitig in der früh hinaus und das Porsche Museum besichtigen. Sonntag vormittags ins Mercedes Museum und ab nach Hause.

Wir, das waren Volvi mein Bruder im Geiste, schwerstens benzinverseucht und ein Mann vom Fach und ich, der Theoretiker. Der weiß wovon er spricht in technischen Dingen, was bei mir nicht immer der Fall ist. Wie passend, das er ein großer Liebhaber der beiden Herstellern deren Museen wir zu besuchen beabsichtigt hatten ist. Weiters ist er schon ein Kenner der Museen, die gerade auslaufende Transaxle-Sonderausstellung bei Porsche, war dann Anziehungspunkt genug für uns beide, den Roadtrip noch heuer abzuspulen. Der wackere Halvar, mein 960er Volvo war die erste Wahl als Reisemobil, die Langstrecken- und Umweltzonentauglichkeit, hat ihm den Vorzug gegeben. Als Volvoinsider weiß man, das es auch für Halvar gewissermaßen eine Reise in die Heimat war, war doch das Porsche Entwicklungszentrum in Weissach mit der Entwicklung des Reihensechszylinders betraut.

Also zu Tag 1, Samstag, Tagwache 4h früh. Ich putze dem zerknautschten Typen im Spiegel die Zähne und rasiere ihn, auch 2 Häferl Kaffee flöße ich ihm ein. Und siehe da, schön langsam kommt Leben in mich. Tags zuvor wurde Halvar vollgetankt, alle Flüssigkeiten gecheckt und ergänzt, Luftdruck geprüft, das Umweltpickerl aufgeklebt und das schmale Gepäck zusammengepackt. Abfahrt 5h bei Volvi, ab auf die Bahn. Ereignislos spulen wir Kilometer um Kilometer runter, nur unterbrochen von Kaffeepausen.

 

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Und plötzlich steht man vor dem imposanten Bau des Porschemuseums am Porscheplatz und starrt auf die Skulptur von Gerry Judah! Drei Exemplare des 911 aus den Baujahren 1970, 1981 und ein aktueller 991 ragen in 24 Meter Höhe. Nichts wie rein in die Tiefgarage, wo sich schon etliche Schmankerln tummeln. Porsche aller Arten parken dort vom G 911er bis zum nagelneuen Macan ist alles vertreten, Benz‘ 500E der ja auch ein halber Porsche ist, angereist aus halb Europa. Nicht alles von Porsche ist teuer, was man am schmalen Eintrittspreis des Museums erkennt. Das was man sich hier spart, gibt man doppelt und dreifach im Museumsshop wieder aus.

 

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Also rauf auf die Rolltreppe und hinein ins Vergnügen! Die Geschichte der Marke Porsche beginnt schon vor deren Gründung, mit Exponaten aus der frühen Schaffenszeit von Ferdinand Porsche, als er bei Austro-Daimler und anderen Herstellern in Lohn und Brot stand. Natürlich darf auch der für Volkswagen entwickelte Käfer nicht fehlen.

Aber halten wir uns nicht mit den Nebensächlichkeiten auf, im Porschemuseum will man in erster Linie Porsches sehen und bewundern. Und da gibt es doch das eine oder andere Exemplar wo die Augen größer sind als der Geldbeutel! Der Berlin-Romwagen (gut auch kein reinrassiger Porsche), der erste Porsche, noch im kärntnerischen Gmünd handgedengelt, der erste Speedster *sabber*.

 

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Fast alle Meilensteine in der langen Firmengeschichte von Porsche waren vertreten und sehr gut zugänglich, egal ob Straßenfahrzeuge oder die Modelle mit der legendären Rennhistorie. 356, 911 Turbo, 917, 956, 917/20 auch bekannt als „Die Sau“. Oder der Sunoco CanAm 917/30 mittels Turboaufladung auf 1100PS gebracht – einer der Helden meiner kindlichen Autoquartette, ein sicheres Blatt für Sieger.

 

 

Ein wenig zu kurz gekommen ist mir der Elfer und seine Derivate, besonders die Abwesenheit eines 959 verursachte mir fast physische Schmerzen, war er doch eines der Idole der Kindheit- und Jugend. Die Abwesenheit so manches vorausgesetzten Klassikers aus dem Museumsfundus hängt aber sicher mit der Sonderausstellung zu den Transaxlemodellen des Hauses zusammen, den der Platz ist endenwollend in Museum. Die Sonderaustellung bot dafür einen feinen Querschnitt durch die Modelle 924, 944, 968 sowie dem 928. Von ersten Studien, Rennversionen, Prototypen mit Heckmotor oder nie umgesetzten Cabriolets und Schnittmodellen, war für Liebhaber dieser einst von den gusseisernen Elferfahrern verschmähten Modellen, so mancher Leckerbissen zu sehen.

Schlußendlich landet man unwillkürlich im Museumsshop und den verlässt man garantiert nicht mit leeren Händen. Ein Modell für die übervolle Vitrine daheim musste natürlich mit.

 

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Beim betrachten der Bilder wurde mir erst bewusst, wie wichtig es ist das mal live gesehen zu haben. Wenn man minutenlang um einen der Helden der Jugend rumschleicht und aus jedem Blickwinkel ein neues Detail erkennt. Eindrücke die nur ein Museum mit genialen Schauobjekten bieten kann.

 

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Somit war der erste Tag in Stuttgart mehr oder weniger gelaufen: Was noch folgte war das einchecken im Hotel, Abendessen, ein parkendes Auto rammen, Business as usual. 😉

 

Hier folgt Teil 2 des Roadtrips und der Besuch des genialen Mercedes Museums.

 

 

Teil 2 und das Benzmuseum.

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4 Responses

  1. Been there, done that, cool war´s! Mach ich wieder.

  2. micky sagt:

    Ja war äußerst sehenswert!

  3. Hammer! War erst einmal da hat mir aber super gefallen, muss ich unbeding nochmal hin!

  1. 23. Oktober 2016

    […] gehts zum Bericht über den Beginn des Roadtrips und den Besuch des […]

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