Der ideale Youngtimer Teil 5: Mercedes Benz W123



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Die Mercedesmodelle der Baureihe W123 zählen eigentlich nicht mehr so recht zur Kategorie Youngtimer, wobei dieser Begriff ein theoretischer ist und der lässt sich schwer in enge Grenzen zwängen. Fakt ist, das der „vorletzte“ echte Benz bereits 1986 eingestellt wurde und selbst die letzten gebauten Exemplare bereits im Jahr 2016 ihren Oldtimerstatus erreicht haben.

 

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W123 Limousine

 

Gute Exemplare notieren mittlerweilen schon teilweise im fünfstelligen Bereich und billig ist bei gut erhaltenen Überlebenden schon lange kein Thema mehr, da wundert es immer wieder das noch sehr viele 123er draussen im harten Alltag bei Wind und Wetter ihren Dienst versehen müssen.

Den verrichten sie nach wie vor gut und ohne zu murren zwischen Coffeeshops und Kindergarten, Uni und Werbeagentur, Bodensee und Neusiedlersee. den Unbilden der Witterung ausgesetzt bei Eis, Schnee und aggressiver Salzstreuung trotzen die Limousinen, Coupes und die Kombis des W123 mit stoischer Gelassenheit. Wobei Rost natürlich ein grosses Thema beim W123 ist

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Bei der Baureihe W123 handelt es sich um einen der beliebtesten und meistverbreitesten jungen Klassiker aus dem traditinsreichen Hause Mercedes Benz. Es ist dabei ganz egal ob der 123er als Benziner oder mit den langlebigen Dieselmotoren ausgestattet daherkommt, er ist schon seit Jahren eine sichere Bank in der Youngtimerszene, mit stolzen Wertzuwächsen inklusive. Die Baureihe W123 war bis dahin auch das erfolgreichste Volumenmodell von Mercedes Benz, während dessen Bauzeit von einem ganzen Jahrzehnt, von 1976 bis 1986 auch knapp 2,7 Millionen Exemplare vom Fließband liefen.

 

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T-Modell

An Karosserievarianten gab es die viertürige Limousine, das zweitürige Coupe, den fünftürigen Kombi, sowie die verlängerte (Stretch)limousine.

Am meisten verbreitet war die Limousine, die mit 2,4 Millionen Stück beinahe 90% aller produzierten Exemplare dieser Baureihe stellte. Davon gab es auch die bereits oben erwähnte Langversion mit verlängertem Radstand, die meist mit einer dritten Sitzreihe ausgestattet war und gerne von Taxiunternehmern und Hotels geordert wurde. Der Kombi (T-Modell) war einer der ersten der Gattung Lifestyle-Kombis, der sich durch Ausstattung und auch dem Preis, deutlich von den von Handwerkern genutzten Lasteseln unterschied. Das zweitürige Coupe, mit den schicken rahmenlosen Fenstern vorne wie hinten, hob sich durch den kürzeren Radstand, die niedrigere Dachlinie und den stärker geneigten Front- und Heckscheiben wiederum deutlich von der Limousine ab.

 

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Cabriolet von Bähr auf Basis des C123

 

Auf der Basis von Limousine, Kombi und Coupe gab es auch einige Sonderaufbauten, eigenständige Karosseriefachbetriebe produzierten in Kleinserie bzw. Einzelstücke auf der Plattform des gediegenen W123.  So entstanden neben Krankenwagen, Pickups auch Leichenwagen oder Cabriolets von Professionisten wie Binz, Miesen oder Bähr.

 

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Ehemaliger Rettungswagen, gesichtet in Kroatien

Motorisch wurde ein breites Spektrum an Diesel- und Ottomotoren geboten, da reichte das Leistungsportfolio von 54 gemächlichen PS beim 200er Saugdiesel bis zu den 185 Pferdestärken beim 280er Benziner mit Einspritzmotor. Legendär ist die Haltbarkeit seiner Motoren bzw der gesamten Technik, sofern sie nur Wasser, Öl und Treibstoff hatten. Hohe Laufleistungen besonders der robusten Selbstzünder sind bekannt und verbürgt, die Dieselmodelle wurden lange und gerne im Personenbeförderungsgewerbe eingesetzt und lebten selbst nach hundertausenden Kilometern im harten täglichen Einsatz als Exportschlager im norden Afrikas noch ewig weiter. In der ADAC Pannenstatistik war der W123 auf Grund seiner geringen Pannenanfälligkeit stehts unter den Spitzenreitern zu finden. Dem 200D wurde im Jahre 1981 eine durchschnittliche Fahrleistung von 852.777 Kilometern bis zur ersten Panne bescheinigt.

 

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Mercedes Benz W123 mit langem Radstand / Bild: Anja Mayrwöger

Hier im Blog ist er eine meiner häufigsten Sichtungen auf der strasse, gleich nach den nach wie vor weitverbreiteten Käfern und T2 Bussen von Volkswagen. So häufig kommt er mir unter, das es seit 2012 ein kleines Nebenprojekt von Alltagsklassiker auf Facebook gibt, die Daily W123 Seite, wo die zahlreichen Benzsichtungen regelmässig präsentiert werden.

 

Literaturtipps zum W123:

So wird’s gemacht, pflegen – warten – reparieren, Band 56: Mercedes 200/230/230E/250/280/280E. Mercedes Typ W 123 Januar ’76 bis Dezember ’84

So wird’s gemacht, Bd.57, Mercedes Typ W 123 Diesel (1/76-12/84)

Young Classics: Mercedes W 123 (Band 2): kaufen – pflegen – fahren

Mercedes-Benz W 123

 

Beitrag am 22.04.2016 aktualisiert.

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