Teilemarkt Oberdorf 2026: Sonnenschein, Schnitzelsemmel & Steve McQueen

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

The same procedure as every year! Was wäre ein Klassiker-Saisonbeginn in der Steiermark ohne Besuch des Teilemarktes in Oberdorf am Hochegg? Es würde definitiv etwas fehlen! An jedem letzten Samstag im Monat März trifft sich die Szene zum ersten Teilemarkt der Saison.

 

 

Selbst das prognostizierte miese Wetter hat Erbarmen mit uns Altblechinfizierten und lässt nur den Wind ein wenig wehen, selbst die Sonne gibt ihr Bestes, um uns freudig und kauffreudig zu stimmen. So macht der Saisonstart richtig Laune, und die Geldbörse sitzt gleich lockerer, spätestens aber nach dem ersten hopfenhaltigen Erfrischungsgetränk ist die Kauflust ungebremst. Glücklich ist, wer genau weiß, was er sucht! Wir suchen kurz vor 8 Uhr nach einem Parkplatz, denn der Besucherparkplatz ist um diese Zeit schon äußerst gut belegt. Wir sind wie immer Volvi und ich, ein eingespieltes Team auf der Suche nach den Schätzen, die so ein Teilemarkt uns bieten kann.

 

 

Da wurden im Laufe der Jahre schon so einige Schätze und Perlen nach Hause gekarrt. Egal, ob das Prospekte, Zeitschriften, Modellautos, Autoquartette, ein Satz Alufelgen für einen W201 oder gleich ein ganzer Hänger voller Mazda-Ersatzteile waren, irgendwas wurde immer noch heimgeschleppt – egal, ob man(n) es benötigt oder der Willhaben-Drang einfach zu groß war. Aber das kennen wir doch alle, oder? Dinge heimzukarren, die man nicht wirklich braucht und die dann nur herumstehen.

 

 

Ja, was soll ich sagen, auch heuer wurde zumindest ich wieder fündig. Zuerst sprang mich eine Autorevue aus dem Oktober 1971 an, mit einem ganzseitigen Inserat vom Mazda RX-2. Darunter lag noch ein Exemplar aus dem Dezember 1970 mit einer Story über die Dreharbeiten zu Steve McQueens *Le Mans*-Film. Dazu fand sich noch ein Geländewagen-Quartett aus den 70ern mit allerhand skurrilen Fahrzeugen und einem Fahrzeug aus Grazer Produktion, einem Steyr-Puch Pinzgauer.

 

 

Es war wohl dem sonnigen Wetter geschuldet, dass einige Stände mehr als gewöhnlich ihre Waren feilboten, dazu einige neue Standler mit teils spannendem neuem altem Zeug. Diese lockerten das übliche Puch- und Volkswagen-Überangebot deutlich auf und machten Laune, an den Ständen länger zu verweilen und durchs Sortiment zu schmökern. Nach einer ausgiebigen Runde im Außenbereich war es Zeit für den ersten Boxenstopp im Inneren der Mehrzweckhalle von Oberdorf, der Koffeinpegel war bereits auf einen gefährlichen Tiefstand gesunken. In solchen Fällen muss man schnell gegensteuern und dampfend heißen Kaffee nachfüllen.

 

 

Frisch gestärkt traten wir danach den Rundgang in der Halle an, wo man vom hochpreisigen Blechschild bis zum minderwertigen Repro-Schlüsselanhänger um 3 Euro so ziemlich alles findet, was das Herz des Old- und Youngtimer-Enthusiasten frohlocken lässt. Auch hier findet sich viel Licht und Schatten.

 

 

Klar, so ein originales Datsun-Blechschild ist genial und würde sich gut an der Garagenwand machen. Aber dafür 350 ausgeben? Kann man, muss man aber nicht. Oder benötigt man einen originalverpackten Brabham F1 in 1:64, wenn man eh schon hunderte Modelle im Matchbox-Format daheim hat? Definitiv nicht, auch wenn man sich noch genau erinnern kann, wie man als Kind genau dasselbe Modell mit Stolz und Freude vom Greißlerladen heimgetragen hat.

 

 

 

Nach einigen Runden und ausgiebigen Gesprächen mit Freunden, Bekannten und Standlern wird es Zeit für die obligate Jause: eine Schnitzelsemmel, Bratwurst und ein Bier. Sonst greift man um diese Zeit für gewöhnlich noch nicht zu alkoholhaltigen Getränken, aber hier in gemütlicher Frühschoppenatmosphäre fühlt es sich dann doch richtig an. Vor allem gibt sich das Veranstalterteam OSCO, der Oldtimer Sportwagen Club Oberdorf, wirklich viel Mühe und setzt auf qualitativ hochwertige Speisen und Getränke. Da kann’s dann am Vormittag schon mal deftiger werden.

 

 

Auf der abschließenden Runde durch die Besucherautos finden sich bei den schon zusammenpackenden Ständen dann doch noch ein Must-have-Dekoartikel: Ein deutsches Zollkennzeichen findet noch einen neuen Besitzer und anschließend einen Platz an der Wand in meinem Herrenzimmer. 

 

 

Lebhaft erinnere ich mich noch daran, wie sich in meiner Kindheit in den 80ern diverse Fahrzeuge mit Zollkennzeichen ihren Weg durch Graz bahnten, auf dem Weg in den Süden, nach Jugoslawien und vermutlich weiter über den Autoput in die Türkei oder noch weiter in den Nahen Osten. Viele der Gastarbeiter nahmen ein Fahrzeug mit in die ferne Heimat, sei es ein Ford Granada, Mercedes W123 oder der klassische Gastarbeiter-Transporter, der Ford Transit.

 

 

Somit kann man den Saisonstart als äußerst erfolgreich abhaken: Wir haben tolle Dinge gesehen und auch gekauft, nette Menschen getroffen und mit ihnen gequatscht, fürstlich gesättigt und ausreichend hydriert ging es wieder heimwärts. Schon jetzt erfüllt uns große Vorfreude auf den Saisonstart Ende März 2027 in Oberdorf.

 

 

Das was Oberdorf in den letzten Jahren: Klick

 

You may also like...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert