Teilemarkt Oberdorf 2022

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Der erste Teilemarkt seit drei Jahren stand in Oberdorf am Hochegg, veranstaltet von OSCO am samstäglichen Programm. Nachdem diese Märkte zur unchristlichen Zeit um 6h morgens beginnen, ist wohl der großen Anzahl an Silberrücken geschuldet, die man vermehrt auf diesen Treffen antrifft. Die leiden wohl alle an der senilen Bettflucht und nutzen ihren Schlafmangel mit erzwungen zeitigem Beginn solcher Veranstaltungen.

 

 

Nachdem ich beruflich auch zum Frühaufsteher geworden bin, macht mir das nicht so viel aus, da bin ich dann gerne auch zur Abfahrtszeit um 7h bereit, noch dazu, wenn ich in Volvis 250D 124er beifahren darf. Somit beschränkt sich mein Beitrag darin, den Fahrer am gut 40-minütigen Anfahrtsweg vollzulabern.

 

 

Angekommen in Oberdorf erwarten einen schon gut gefüllte Parkplätze und mehr oder weniger hoch motivierte Verkäufer. Während die einen um kurz nach 8h noch verstohlen in ihr Kaffeehäferl gähnen, läuft bei anderen schon das erste Krügel Bier die trockene Kehle hinunter, gerne begleitet von einer fettglänzenden Bratwurst. Da trifft man alte Freunde und Bekannte, bekommt schon Teile in die Hand gedrückt, die man als Bote anderen Freunden weitergeben soll. Der Schmäh rennt und man wühlt sich durch die Stände. Aus dem Augenwinkel hat man immer die zufahrenden Klassiker im Auge. Es könnte ja doch sein, dass die eine oder andere Perle zufährt, die man zwischendurch näher betrachten sollte.

 

 

Der Markt ist wie wohl alle österreichischen Teilemärkte von zwei Marken geprägt: Puch und Volkswagen. Einerseits die heimischen Produkte von Steyr-Puch, die nicht nur nach dem Zweiten Weltkrieg die einfache Bevölkerung wieder mobilisierte. Da gibt es so gut wie alles an Teilen, die das Schrauberherz begehrt, bis zum fahrfertigen top restaurierten Moped oder Motorrad. Aber auch Fahrräder aus Produktion in nächster Nähe werden gerne angeboten. Dazu Volkswagen, ebenfalls anno dazumal eine niederschwellige Möglichkeit ein vollwertiges Auto zu fahren. Da liegen wohl in vielen Schuppen noch Teile rum, die so schmutzig und ölig wie möglich an den Käufer müssen.

 

 

Aber das ist ein altes Leiden in der heimischen Szene, immerhin gibt es zwischen drinnen immer wieder erfreuliche Funde an den Marktständen. Wann hat man den letzten Alfa Romeo Arna auf der Straßen oder einem Klassikertreffen gesehen? Hier gab es immerhin eine italienischsprachige Betriebsanleitung im Angebot! Seltsamerweise verwechselt mancher Standler den Oldtimerteilemarkt mit einem Flohmarkt, denn da wird Ware angepriesen, die eindeutig nicht hierher gehört.

 

 

Immerhin wurden wir auf fündig und haben das eine oder andere erstanden: Volvis einen Satz orange Blinker für den R129, die mittlerweile wohl recht gefragt sind. Am selben Stand stachen mir ein Satz Scheinwerfer ins Auge, die an meinen Mazda 323 „Van Morrison“ passen könnten. Blind und ohne direkte Vergleichsmöglichkeit wollte ich sie nicht erwerben. Der Verkäufer wollte aber auch nicht seine Nummer rausrücken, um mir einen späteren Kontakt zu ermöglichen.

 

 

So kam Volvi auf die glorreiche Idee, gleich das ganze Konvolut an NOS Mazda Ersatzteilen in Form von Auspuffen, Scheinwerfern, Blinkercellons und Heckleuchten in Bausch und Bogen zu erwerben. Der Preis war fair und somit habe ich im erst diese Woche zusammengeräumten Teilekeller, plötzlich wieder ein Platzproblem. Aber das kennt man ja als Sammler von nicht so gehypten Klassikern: Man muss nehmen, was man bekommt – besser haben, als mühsam suchen, wenn man es dringend braucht. Der größte Teil wird wohl weiterziehen, somit wird sich das Platzproblem auch peu à peu wieder entspannen.

 

 

Gut, wenn man dann eine Partnerin hat, die einen seinen Spinner auch leben lässt und nur dezent mit den Augen rollt. Somit war der erste Teilemarkt, den ich seit Beginn der Coronakrise besucht habe, ein voller Erfolg – Geldbörse leer, Keller voll. Was will man mehr?!

 

 

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