Aus dem Familienalbum: Mazda 626 GD

Nach langer Zeit gibt es mal wieder was neues aus der Rubrik Familienalbum: Gestern wurde ein wenig in den Fotoalben meiner Eltern gestöbert, so ein Album mit richtig entwickelten Bildern, noch mit analogen Kameras angefertigt Lichtbilder.

Bilder machen, das war früher schon immer eine Challenge! Film eingespannt in die Kamera und hoffen das man den Film richtig eingelegt hat. Je nach Filmgröße hatte man dann meist 24 oder 36 Aufnahmen zur Verfügung, also eine begrenzte Anzahl von Bildern die geschossen werden konnten, da sollte dann jede Aufnahme wohl überlegt sein. Waren die verfügbaren Bilder gemacht, hieß es unten am Fotoapparat, den Knopf zum lösen des Filmes zu drücken und ihn manuell in seine Kartusche zurückzukurbeln. Das Ergebnis war dann sowieso erst nach Aufgabe im Drogeriefachmarkt oder dem Elektrohandel, Tage bzw. Wochen später zu bewundern. Hatte man Mist gebaut, oder war das Foto scharf und richtig belichtet? So gab es meistens das eine oder andere Ausschussbild von seinem Film, das gleich in den Rundordner wandern konnten, weil es eben doch mißlungen war.

Jetzt bin ich etwas abgeschweift in die Analogfilmromantik, also wieder zurück zum Thema dieses Beitrages, Vaters weißen Mazda 626. Das war bereits der zweite 626, den mein Vater als Dienstfahrzeug sein eigen nennen durfte. Der mittlere aus einer Serie von drei Stück von Mazdas Mittelklasselimousinen. Dieses weiße Schrägheck wurde 1987, also bereits im Jahr der Markteinführung in Dienst gestellt. Im Vergleich zum recht karg ausgestatteten 1600er Vorgängermodell, bot der 626 der dritten Modellreihe GD doch schon einiges an Ausstattung. Von den elektrischen Fensterhebern, über das ebenfalls elektrifizierte Hub- und Schiebedach, Veloursausstattung und Zentralverriegelung bot der Mazda schon einiges an Extras serienmäßig, Dinge die sich die vergleichbaren deutschen Mitbewerbern auch Extra bezahlen ließen. Das war kurz nach der Zeit, als man bei Mercedes den rechten Aussenspiegel beim 190er und W123 noch auf der Sonderausstattungsliste ankreuzen musste.

 

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Aber auch der 626 GD bekam neben dem genialen 2.2i 12V Motor mit 117PS, auch noch den dezenteren der beiden vom Werk angebotenen Heckspoiler in Wagenfarbe verpasst. Schicke Alufelgen aus dem Mazdazubehörkatalog, im damals so angesagten Kreuzspeichendesign, Zusatzscheinwerfer, sowie ein Windabweiser für das Schiebedach durften natürlich auch nicht fehlen. Hochwertige Sitzschonbezüge waren mit großer Sicherheit montiert, möglicherweise sogar Holzkugelsitzauflagen, die zu der Zeit en vogue waren.

 

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Aufgenommen wurden die Bilder von meinem Vater, da war der 626 wohl schon im Rücklauf zum Händler und die nächste Generation des 626 hat schon auf die Abholung gewartet, das erklärt auch die blauen Händlerkennzeichen. Mein Vater gerät heute noch ins schwärmen, wenn das Gespräch auf den 626 GD fällt, das war wohl der beste der drei Mazda 626 die er nutzen durfte. Und er nutzte sie doch sehr ausgiebig, den in den jeweils vier Jahren, die die Mittelklassejapaner im Dienst waren haben sie jeweils rund 180.000km abgespult, ohne nennenswerte Defekte oder Probleme. Gerade diese dritte Generation des 626 hatte großen Erfolg, nicht nur am Markt, aber besonders bei den Kunden. Die gute Verarbeitung, gepaart mit der problemlosen Technik, viel Platz und guter Serienausstattung zementierte den Ruf von Mazda als Marke, was man gut an den Verkaufszahlen jener Jahre ablesen konnte. Neben dem Schrägheck, gab es die klassische Limousine, eine zweitüriges Coupe und ab 1988 auch einen Kombi. Diesel- und Benzinmotoren waren im Programm, zwischen 60 und 140PS war alles möglich, ebenso gab es Allradantrieb als Option. Auch also Technologieträger wurde der GD eingesetzt, erstmals bei Mazda gab es eine geschwindigkeitsabhängig mitlenkende Hinterachse (4WS) die im Topmodell GT zum Einsatz kam.

Der 626 GD war 1987 auch der erste Japaner, der einen Vergleichstest im renommierten Fachmagazin Auto Motor und Sport gewinnen konnte, ein Meilenstein, wenn man um die Nähe der deutschen Magazine zu den deutschen Herstellern weiß.

Meine Erinnerungen sind schon etwas verblasst an diesen 626, einzig an eine Highspeedfahrt auf der westdeutschen Autobahn nach München, ja das war noch vor dem Mauerfall, mit 220 oder mehr km/h laut Tacho kann ich mich noch erinnern, das war schon was damals in den 80ern und sorgte für große Augen bei mir Jungspund.

Selber hatte ich auch mal einen GD als Stufenheck, als erstes oder zweites Winterauto zum MX-5. Muß so in den frühen 2000ern gewesen sein. Aber das ist eine andere Geschichte…

 

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