Schwarzblechfahrer: Volkswagen 1500

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Ich treibe mich ja beruflich viel in der südlichen, östlichen und westlichen Steiermark herum und da kommen mir während der warmen Jahreszeit doch der eine oder andere Klassiker unter. Heuer war die Ausbeute bedingt durch die COVID19 bedingten Ausgangsbeschränkungen bisher aber eher mau. Seit Beginn dieser Woche aber merkt man ein ansteigen des Klassikeraufkommens auf den heimischen Straßen. Alleine an den ersten beiden Tagen dieser Woche sind mir wenigstens 10 Käfer untergekommen, von denen mir alle entgegen gekommen sind, da ist die Chance auf brauchbare Bilder eher gering. Aber früher oder später erwische ich auch mal einen.

 

 

Das typische Rasseln des Boxermotors kündigt bereits den nächsten Volkswagen an, während ich im Auto telefoniere und welch Glück, er parkt direkt neben mir ein. Eine Dame entfernt sich vom Krabbeltier, da muss ich doch glatt nochmals aussteigen nach dem Telefonat und den Käfer begutachten. Bingo, er ist sogar noch mit Schwarzblech verziert! Da freut man sich dann wieder, das man beruflich zum fahrenden Volk gehört und man hin und wieder solche Perlen erblicken darf.

 

 

Ein Volkswagen 1500 sagt mir der Blick auf den Motordeckel, der hier so etwas abseits, fern von der kaufwütigen Masse am Supermarktparkplatz in der Weststeiermark treu auf sein Frauerl wartet. Die liegenden Scheinwerfer-Streuscheiben, Zweikammer-Heckleuchten und der 1500er Motor lassen das Baujahr gut einschränken: Es handelt sich um ein Exemplar aus dem Modelljahr 1967, worauf die kantigere Kennzeichenbeleuchtung, die fehlende Mittelsicke auf der Motorhaube und der runde Türdruckknopf hinweist, außerdem wurden ab dem Modelljahr 1968 die stehenden Scheinwerfer verbaut.

 

 

Als Volkswagen 1500 schöpft der Käfer aus dem Vollen: Der Motor mit 44PS war bereits im Typ3 erprobt, die Scheibenbremsen vorne waren ebenfalls Serienausstattung. Der Schwarzblech-Käfer macht einen gepflegten Eindruck, erzählt aber auch gut patiniert vom Leben. Man sieht ihm an, das er ran muss wenn es notwendig ist und nicht nur bei Schönwetter raus darf am Sonntag, wenn keine Wolke den Himmel trübt. Den Innenraum zieren selbstgenähte Sitzbezüge, ein wenig Individualität in so einem ehemaligen Massenmobil hat durchaus Charme.

 

 

Erstsichtung 2012

 

Ein Blick ins Archiv zeigt mir, das ich den Käfer schon im Juli 2012 am selben Parkplatz erlegt habe.

You may also like...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.