Schwarzblechfahrer: Toyota Corolla E30

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In unsicheren und aufgewühlten Zeiten wie diesen, tut es ab und an ganz gut, ein wenig in die Vergangenheit zu blicken. Da trifft es sich gut, dass Alltagsklassiker einst bei seiner Gründung 2008, als Erinnerungsalbum für meine Sichtungen von Fahrzeugen am Straßenrand konzipiert war. Gut, konzipiert ist ein zu mächtiger Begriff dafür. Ich wollte die Oldtimer und Youngtimer dokumentieren, die mir auf meinen täglichen Wegen unterkamen und für die Nachwelt festhalten.

Wie schön einst die Straßenzüge waren, als noch Chrom an Fahrzeugen blitzte, der Lack durchaus noch Farbe hatte und die Kennzeichen hierzulande schwarz waren. Die schwarzen Kennzeichen werden naturgemäß von Jahr zu Jahr weniger, auch wenn sich einige doch verdammt lang halten und ein wenig Nostalgie verbreiten. So einen Flashback hatte ich heute Morgen, als mir Michael, ein ehemaliger Nachbar und auch selbst ein Altblech-Aficionado, mir zwei Bilder dieses Toyota Corolla E30 Sedan mit Schwarzblech zusandte.

 

 

 

Sofort ging das Kopfkino los, meine erste Handlung war, hier im Blog nach genau diesem Corolla E30 zu suchen. Denn ich wusste ganz genau, der ist mir schon mal vor die Handylinse gesprungen. Und Bingo, es war wohl im Sommer 2010 im Grazer Norden. Dort wo einst ein Gewerbegebiet war, mit angrenzender Tankstelle, findet man jetzt den Parkplatz des erweiterten Center Nord Einkaufstempel.

Michael hat das silberne Corolla Stufenheck im Gemeindegebiet von Gratwein-Straßengel geknipst, wo auch Toyota Janger ansässig war, der ihn mit großer Wahrscheinlichkeit einst ausgeliefert hatte. Michaels Onkel besaß in seiner Kindheit auch einen gelben E30 Corolla, wie so oft machte der Rost einer langjährigen Mensch-Auto-Beziehung einen fetten Strich durch die Rechnung.

Auch ich habe eine entfernte Beziehung zum Corolla Stufenheck aus den späten 70ern und frühen 80ern: Der damalige Ehemann der Cousine meines Vaters fuhr durch meine Kindheit in einem silbernen E30 Sedan. Neben Vaters ebenfalls silbernem Mazda 626 GC 2.0 machte der auch keine schlechte Figur.

 

 

Bilder: Michael Tomberger

 

Diese Erinnerungen an die Kindheit, eines damals schon Autoverrückten machen einen im Moment wieder richtig jung und man vergisst für einen Moment auf das Zwicken im Rücken. Schon schön, wenn man auf solche Zeitkapseln trifft, die die vergangenen 40 und mehr Jahre scheinbar ohne Blessuren gut überstanden haben und immer noch ihr erstes Kennzeichen tragen.

Dazu ist so eine Sichtung auch eine gute Prophylaxe gegen die Herbstdepression, wenn wieder alle klassischen Fahrzeuge ihren Winterschlaf begonnen haben und es noch weit hin ist bis zur nächsten Ausfahrt im Frühling.

Lust auf mehr Schwarzblechfahrer? Dann sieh hier im Blog nach oder besuche auf Instagram die Schwarzblechfahrer.

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