Winterreifen sind ein Muss in den Bergen: Testsieger und beliebte Modelle im Überblick

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Winterreifen sind ein Muss in den Bergen: Testsieger und beliebte Modelle im Überblick

 

Bild: freepik.com/wirestock

 

Klassische Fahrzeuge und Youngtimer sind weit mehr als reine Liebhaberfahrzeuge. Viele dieser Fahrzeuge werden auch in den Wintermonaten bewegt, sei es aus technischer Überzeugung, wegen alltagstauglicher Ausstattung oder einfach aus Freude an authentischem Fahrgefühl. Fährt man im Winter nicht nur im Flachland, sondern auch im Gebirge, benötigt man eine verlässliche Winterbereifung, die mit den besonderen Anforderungen älterer Fahrzeuge und winterlicher Straßenverhältnisse zurechtkommt.

Winterbetrieb mit klassischen Fahrzeugen: Was zu beachten ist

Bei gut gereiften Fahrzeugen fehlt häufig moderne Technik wie Traktionskontrolle oder ABS. Umso wichtiger ist die passende Bereifung, die rein mechanisch für ausreichenden Grip sorgt. In Österreich gilt für alle Fahrzeuge eine situative Winterreifenpflicht zwischen 1. November und 15. April, und zwar unabhängig vom Alter des Fahrzeugs. Bei Schnee, Matsch oder Eis sind in diesem Zeitraum Reifen erforderlich, die das M+S, M&S oder M.S. sowie das Schneeflocken-Symbol tragen und die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 4 mm nicht unterschreiten.

Wenn man seinen Oldtimer oder Youngtimer nur während der Sommersaison von April bis Oktober bewegt, kann man den Winter zwar ausklammern, doch für viele Fahrzeuge, die als Alltagsklassiker das ganze Jahr im Einsatz sind, ist eine geeignete Winterbereifung sinnvoll und rechtlich vorgeschrieben.

 

Welche Reifen sind für Klassiker geeignet?

Nicht alle modernen Reifen sind in den für Oldtimer und Youngtimer gängigen Dimensionen verfügbar. Viele Klassiker benötigen Formate wie 165/80 R13, 185/70 R14 oder gar schmalere Sondergrößen. Hier lohnt sich ein gezielter Blick auf Anbieter, die auch seltenere Maße liefern. Außerdem ist die Seitenstabilität bei Fahrzeugen ohne elektronische Helfer entscheidend, ebenso wie ein sanftes Ansprechverhalten bei winterlichen Temperaturen.

Besonders gefragt sind Reifen mit einem ausgewogenen Verhältnis aus Traktion, Seitenführung und Bremsverhalten, ohne aggressives Handling oder extreme Sportlichkeit. Klassiker reagieren sensibler auf harte Gummimischungen oder asymmetrische Profile.

Welche Kriterien bei der Auswahl ausschlaggebend sind

 

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Im Gebirge steht die Sicherheit an erster Stelle. Deshalb ist es sinnvoll, auf unabhängige Testergebnisse zurückzugreifen, wenn die Wahl eines neuen Reifensatzes ansteht. Reifentests vom ÖAMTC, ADAC oder internationalen Prüforganisationen untersuchen jährlich unterschiedliche Modelle unter standardisierten Bedingungen.

Wichtige Prüfkriterien sind:
  • Bremsweg auf Schnee, Eis und Nässe
  • Seitenführung bei Kurvenfahrten
  • Traktion an Steigungen
  • Verhalten bei Aquaplaning
  • Geräuschentwicklung und Energieeffizienz

Auch die Langlebigkeit sowie die Performance bei fortgeschrittener Abnutzung werden in vielen Tests berücksichtigt. Diese Parameter sind in alpinen Regionen besonders relevant, da Reifen dort stärker beansprucht werden.

Diese Modelle werden häufig eingesetzt

 

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In aktuellen Reifentests fallen einige Modelle durch ihre gutmütigen Eigenschaften positiv auf, was ein Vorteil für Fahrzeuge ohne moderne Fahrwerksabstimmung oder Assistenzsysteme ist.

Michelin Alpin 6

Hervorragende Haftung bei Schnee, hohe Laufleistung und gleichbleibende Performance über den gesamten Verschleißzeitraum. Auch in kleineren Größen erhältlich – etwa für Kompaktklassiker der 80er- und frühen 90er-Jahre.

Continental WinterContact TS 870

Direktes Lenkverhalten ohne Überreaktion, geeignet für Fahrzeuge mit Hinterradantrieb. Besonders stabil auf nasser Fahrbahn und Schnee. In vielen klassischen Größen lieferbar.

Vredestein Wintrac

Ein traditionsbewusster Reifenhersteller, der viele klassische Größen bedient. Das Wintermodell bietet verlässliche Eigenschaften bei winterlichen Temperaturen und ist auch für sportlichere Youngtimer geeignet.

Falken Eurowinter HS01

Kompromiss aus Preis und Leistung. In zahlreichen Dimensionen verfügbar, auch für Fahrzeuge aus der Mittelklasse der 70er- und 80er-Jahre.

Eine breite Auswahl dieser Modelle, inklusive Preisvergleich und Verfügbarkeiten, findet sich auf idealo.at. Dort lassen sich gezielt klassische Reifengrößen filtern – ein Vorteil bei seltenen Felgenmaßen oder spezifischer Traglast.

Erfahrungswerte aus der Szene

Viele Besitzer berichten, dass weich abrollende Profile und ein möglichst neutrales Lenkverhalten bei älteren Fahrzeugen wichtiger sind als sportliche Performance. Gerade bei Heckantrieb auf Schnee zeigt sich, wie entscheidend der Reifentyp ist, etwa beim W123, BMW E34 oder frühen Volvo-Modellen.

Auch das Alter der Reifen spielt eine Rolle. Selbst wenn das Profil noch ausreichend tief ist, verlieren Reifen ab dem sechsten Jahr an Elastizität. Für Fahrzeuge mit nur gelegentlichem Wintereinsatz empfiehlt sich daher der gezielte Neukauf, um Standplatten und Haftungsverlust zu vermeiden.

Was zusätzlich beachtet werden sollte

Wer mit dem Oldtimer oder Youngtimer im Winter unterwegs sein möchte, sollte zusätzlich die folgenden Punkte beachten:

  • Das Auto gut konservieren, nicht nur den Lack, auch den Unterboden
  • Regelmäßig von Eis und Salz befreien, um dem Rost keine Chance zu geben
  • Kühlerfrostschutz auf seine Frosteigenschaften überprüfen, gegebenenfalls tauschen
  • Wischerblätter auf ihre Funktion überprüfen, bei Bedarf erneuern
  • Scheibenfrostschutz in der Scheibenwaschanlage regelmäßig auffüllen
  • Eiskratzer und Schneebesen griffbereit im Auto aufbewahren
  • Türschlossenteiser außerhalb des Autos aufbewahren
  • Batterie überprüfen – Kälte kann einer älteren Batterie zusetzen
  • Reifendruck bei Frost regelmäßig prüfen
  • Vor der Montage Felgen und Radschrauben gründlich reinigen
  • Profiltiefe mindestens 4 mm
  • Reifen immer paarweise tauschen (auch bei Alltagsklassikern mit wenig Laufleistung)

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