7 Punkte die man beim Verkauf eines Klassikers beachten sollte

Jahrelang hatte man Freude an seinem motorisierten Schätzchen, man hat es gehegt und gepflegt, doch aus welchen Gründen auch immer muss er jetzt weg. Sei es, weil man was neues aufregendes entdeckt hat, weil die Familie Zuwachs bekommen hat und der zweisitzige Roadster für drei einfach zu klein ist und deswegen eine klassische Limousine als Ersatz herhalten soll. Es gibt viele Gründe seinen Fuhrpark zu verändern, aber auch viele Fallstricke, die man beim Verkauf eines Klassikers beachten sollte.

Ich habe deswegen 7 Punkte aufgelistet, die ihr beim Verkauf eines Klassikers beachten solltet:

1) Wie ermittle ich den Wert meines Oldtimers?

Wertgutachten: Nachdem man sich darüber im klaren ist das der Klassiker weg muß, sollte man sich zuerst mit der Wertermittlung und der korrekten Ermittlung der Zustandsnote beschäftigen. Handelt es sich um einen arrivierten Oldtimer, der einen hohen Wert aufweist, kommt man wohl um ein Wertgutachten von einem Sachverständigen nicht herum. Der prüft den IST-Zustand des Fahrzeuges und ermittelt unter Berücksichtigung verschiedenster Kriterien den aktuellen Wert des Fahrzeuges. Wartungsbelege, Werkstattrechnungen etc. wichtig um den Zustand bzw. die Historie des Fahrzeuges zu belegen.

OldtimerMarkt Liste: Eine weitere Möglichkeit der Preisfindung ist die Zuhilfenahme des jährlich im Frühjahr erscheinenden OldtimerMarkt Preiseheftes, das Klassikerpreise zwischen 1920 und 1990 auflistet. Diese € 7,50.- sind ein gutes Investment, nicht nur beim Verkauf eines Klassikers, auch beim Ankauf ist es guter Anhaltspunkt bei der Preisfindung. Klarerweise sind diese Preise vom deutschen Markt nicht 1:1 auf den heimischen Markt übertragbar.

Marktbeobachtung: Eine weitere Möglichkeit der Preisfindung ist die Beobachtung des Marktes. Es gibt genügend Verkaufsportale und Händler die das selbe oder ähnliche Fahrzeuge anbieten, einfach die Preise notieren und vergleichen. Den Preis den ein Händler aufruft, wird man als Privatverkäufer natürlich selten erzielen.

 

2) Wo verkaufe ich meinen Klassiker?

Verkaufsplattform: Die wahrscheinlich billigste Möglichkeit seinen Klassiker loszuwerden ist auf eine der unzähligen Autoverkaufsplattformen im Internet. Das Inserat kann man zumeist gratis erstellen, durch den hohen Bekanntheitsgrad der Plattformen hat man einen große Reichweite und wird auch guten von den Suchmaschinen gefunden. Negativ bei diesen Inseraten ist die hohe Anzahl an „wasistletztePreis“ Nervern, Probefahrttouristen und selbsternannten Fachmännern und Besserwissern.

Inserat im Fachmagazin: Mit einigen Euros Investition, kann man ein Inserat in einer der zahlreichen Oldtimerfachzeitschriften schalten, die zumeist monatlich erscheinen. So spricht man gezielt die Liebhaber solcher Fahrzeuge an und sortiert die Zeitdiebe aus.

Auktion: Bei hochpreisigen Klassikern bietet es sich natürlich an, das Fahrzeug im Rahmen einer Auktion feilzubieten. Dort wird das Fahrzeug von Experten bewertet und ein möglicher zu erzielender Wert ermittelt. In Broschüren und über das Internet wird die Auktion und das Fahrzeug beworben und somit der Zielgruppe näher gebracht. In Österreich gibt es z.B. im Rahmen der Classic Expo in Salzburg jährlich eine Oldtimerauktion des Dorotheums.

Oldtimermesse oder Treffen: Wo viele Klassiker-begeisterte aufeinander treffen, ist die Chance sehr hoch auch auf Interessierte für seinen Oldtimer zu stoßen. Ein A4 Zettel am Armaturenbrett, leserlich mit dem Computer verfasst, mit den wichtigsten Daten zum Fahrzeug und einer Kontaktmöglichkeit – fertig ist Chance auf gesteigertes Interesse der Besucher.

Händler: Man kann seinen Klassiker auch einem Händler zum Verkauf anbieten, bzw. das Fahrzeug in die Räumlichkeiten des Händlers gegen Kommission stellen. Dort findet sich eher ein Käufer, als in der heimischen Garage.

jetztautoverkaufen.at: Schnell, problemlos und fair den Klassiker verkaufen? Das alles ist möglich wenn man sich an jetztautoverkaufen.at wendet. Auf Grund der Bewertung von Experten wird der bestmögliche Wert des Fahrzeuges ermittelt und auf Wunsch sofort bezahlt.

Markenclub/Foren: Für fast jede Marke oder Modell gibt es mittlerweile einen Club, Interessengemeinschaft oder ein Forum. Dort findet man auch seine ideale Zielgruppe für den zu veräußernden Klassiker. Anmelden, Inserat schalten oder Forenbeitrag schreiben und auf die Anfragen warten.

 

3) Ein gutes Inserat braucht gute Bilder

Kamera: Um brauchbare Bilder des Verkaufsobjektes zu erstellen, benötigt man keine teure Kamera. Fast jeder ist im Besitz eines Smartphones oder einer digitalen Kompaktkamera. Das reicht vollkommen aus, um das Fahrzeug abzulichten. Auch wenn Ihr folgende Punkte unbedingt beachten solltet.

Sauberkeit: Um das Fahrzeug perfekt auf den Bildern präsentieren zu können, muss das Fahrzeug sauber sein. Innen und außen. Ein gepflegt wirkendes Fahrzeug macht einfach mehr her, steigert das Interesse und erhöht den zu erzielenden Kaufpreis. Eine Wäsche, Innenraumpflege und das aussaugen kosten ein paar Euro und machen mehr her als Insektenleichen am Lack, Keksbrösel auf den Sitzen und Staub am Armaturenbrett.

Licht: Perfekte Bilder gelingen bei Tageslicht an einem sonnigen Tag. Keine Bilder in der finsteren Tiefgarage oder dem schummrigen Abstellplatz bei einer 40 Watt Glühbirne. Bei solchen Bildern klickt der Interessent gleich weiter.

Umgebung: Die besten Bilder bekommt man draußen. Ein neutraler Hintergrund, keine anderen Fahrzeuge, keine Menschen. Das interessiert keinen und lenkt nur vom Fahrzeug ab. Haltet eure Kamera oder das Handy so das kein Finger mit am Bild ist!

Ich will alles sehen: Ein weiterer Schwachpunkt vieler Inserat ist der Bildausschnitt, verdammt die potentiellen Käufer wollen das ganze Fahrzeug sehen, nicht nur zwei Drittel, mit abgeschnittener Motorhaube oder Kofferraumdeckel!

Details: Je mehr Bilder desto besser! Einmal rund ums Auto, von jeder der vier Seiten ein Bild ist schon mal ein guter Anfang. Wichtig sind auch Details, besonders schöne Stellen kann man in Nahaufnahme zeigen. Innenraumbilder sind auch wichtig, das Armaturenbrett, Gestühl, Lenkrad usw. sind absolut interessant für den Interessenten. (Siehe mein Inserat vom Volvo 240GL)

 

 

Schwachpunkte: Hat der Klassiker Schwachstellen, sollte man die auch ehrlich zeigen und darauf hinweisen. Die kleine Delle, die Macke in der Felge – man sollte es nicht verheimlichen und mit offenen Karten spielen.

 

4) Der Verkaufstext

Fahrzeugdaten: Die fahrzeugrelevanten Daten gehören in jedes Inserat, egal ob Baujahr, Kilometerstand, Motorleistung, Ausstattungsdetails – das sind Pflichtangaben.

Stärken und Schwächen: Jedes Fahrzeug hat so nicht nur Schokoladenseiten, sondern auch seine Schwachstellen. Hier sollte man ehrlich sein und aktiv darauf hinweisen und mit Bildern belegen, das erspart viele Fragen, Unmut und leere Besichtigungskilometer der dann enttäuschten Interessenten.

Historie: Hinter jedem Klassiker steckt eine jahrzehntealte Geschichte. Sei es ein prominenter Vorbesitz, Anekdoten oder dergleichen. Das lockert den Verkaufstext auf und macht das Fahrzeug sympathisch.

Rechtschreibprüfung: Nicht einfach den Verkaufstext hinrotzen in einer Minute, sondern mit Herz und Hirn verfassen. Danach noch durch die Rechtschreibprüfung des Textverarbeitungsprogramms laufen lassen oder wenn man mit der deutschen Rechtschreibung auf Kriegsfuß steht, einfach einen Freund der sie beherrscht Korrektur lesen lassen.

 

5) Ehrlichkeit und Emotionen
Einer der wichtigsten Punkte beim Verkauf eines klassischen Fahrzeuges sind Ehrlichkeit und Emotionen. Nur die wenigsten kaufen sich ein Fahrzeug aus Gründen der Wertsteigerung. Klar auch solche Zeitgenossen gibt es, aber das ist nur ein kleiner Prozentsatz, die einen Porsche 911 mit einem Wertpapier verwechseln.

Die meisten Kaufentscheidungen bei einem Klassiker sind mit Emotionen verbunden, positiven Emotionen. Da sucht man das Auto, das der Vater oder Großvater fuhr, das Moped das einem mit 16 die Mobilität von einem Tag auf den anderen ermöglichte und einem plötzlich die große weite Welt offenstand. Das erste eigene Auto, das erste Motorrad – all das will man spätestens in der Midlifecrisis wieder besitzen um sich ein vermeintliches Stück Jugend zurückzuholen.

 

6) Kaufvertrag:
Oft geht es schnell mit der Kaufentscheidung und man ist seinen lange gehegten Schatz flotter los als man dachte. Da ist es gut schon einen ausgedruckten, im voraus ausgefüllten Kaufvertrag bei der Hand zu haben, am besten in zweifacher Ausfertigung für Käufer und Verkäufer. Rechtlich gültige KFZ-Kaufverträge kann man online z.B. bei den Autofahrerclubs kostenfrei runter laden.

7) Tipps und Tricks für den Käufer
Im Laufe der Zeit des Klassikerbesitzes, häufen sich die Kontakte, tun sich Ersatzteilquellen und Geheimtipps auf. Handelt es sich noch dazu um einen raren Oldtimer, freut sich der zukünftige Besitzer natürlich über deine jahrelange Erfahrung mit diesem Fahrzeug und ist über jeden dieser Expertentipps und Kniffe dankbar die du ihm mit dem Fahrzeug mitgibst.

 

Wenn man diese 7 Tipps befolgt steht einem erfolgreichen Verkauf für beide Seiten, sowohl Käufer und Verkäufer nichts mehr im Wege und man kann sich danach auch noch in die Augen sehen.

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