Skoda 1000 MB De Luxe

Ein klassischer Skoda kommt einem in Österreich so gut wie nicht unter, weder auf Oldtimerveranstaltungen, noch im Strassenverkehr sieht man eines der einst spöttisch Ostblock-Mercedes genannten Fahrzeuge. Besonders jene Modelle von Mitte der 60er bis in die 80er sind so gut wie ausgestorben. Auch auf den einschlägigen Autobörsen findet man nicht viele Suchergebnisse aus jener Ära des kalten Krieges. Die Skodas aus den 50ern und frühen 60ern, wie der 440er, Octavia und Felicia kommen einem doch ab und an auf großen Oldtimerveranstaltungen unter.

 

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Welch großes Erstaunen die Sichtung dieses 1000 MB, der mir in Bärnbach bei einem Autohändler ins Auge sprang, in mir auslöste muß ich dann wohl nicht mehr groß und breit erklären. Das war wieder mal ein Fall von einbremsen, Parkplatz suchen und mit dem Handy bewaffnet den Kiesplatz des Händlers heimsuchen. Eng geparkt zwischen uninteressanten Gebrauchtwagen hatte ich nur Augen für den Tausender, der mir wissentlich noch nie in freier Wildbahn untergekommen ist, zu mindestens fand sich kein Bild davon im Blogarchiv.

Sieht man ein klassisches Fahrzeug bewusst zum ersten Mal, fallen einem viele Details auf, die man beim wiederholten Betrachten nicht mehr wahrnimmt. Und der Skoda 1000 MB hat einige interessanten Ecken, Kanten und Eigenheiten, die ich versucht habe auf den Bildern festzuhalten. Da ist zum einen das genietete Blechtaferl vom Händler Tarbuk in Wien, neben dem verwitterten Typenschild und dem Aufkleber der Werkstatt Rainer, die wohl die Wartung des 1966 erstmals zugelassenen Skoda über hatte. Weitere feine Details sind der Tankeinfüllstutzen, der sich hinter dem Markenlogo auf dem vorderen rechten Kotflügel verbirgt, sowie die Positionsleuchten auf der C-Säule, die den 1000er als frühes Modell outen. Stark vergilbt sind ebenfalls die beiden Aufkleber des österreichischen Automobilclubs ARBÖ in der Panoramaheckscheibe. Auch das mit Februar 1991 gelochte $57a Pickerl (TÜV) weist auf eine lange Abwesenheit von den Strassen der Republik hin. Wobei das auf Karton gekritzelte Verkaufsschild am Armaturenbrett ein gültiges Pickerlgutachten in Aussicht stellt.

Etwas Liebe und Zuwendung wird der Skoda in der De Luxe Ausführung trotzdem benötigen, auch wenn seine Patina einen besonderen Charme ausstrahlt und er mir so wie er jetzt da steht lieber wäre, als ein überrestauriertes Exemplar.

 

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Einige wichtige Informationen zum Modell 1000 MB:

1964 löste der 1000 MB, wobei die 1000 annähernd den Hubraum beschrieb und das MB eine Abkürzung des Produktionsstandortes Mlada Boleslav war, die 440/Octavia Baureihe ab. Die Mittelklasselimousine besaß einen Heckmotor und trieb auch die Hinterräder an. Der Vierzylinder-Viertaktmotor generierte aus 998ccm mit einem Jikov-Vergaser 45PS, die über ein vollsynchronisiertes Vierganggetriebe an die Hinterachse gereicht wurden. Neben einer Variante mit Doppelvergaser, wurde gegen Ende der Bauzeit die sich bis 1969 erstreckte, auch ein Motor mit 1107ccm angeboten (1100 MB).

Zwischen 1966 und 1969 wurde der viertürigen Limousine auch noch ein formvollendetes Coupe, dass unter der Typenbezeichnung Skoda MBX de Luxe, sowohl als 1000 wie auch als 1100 auf den Markt kam.

 

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Skoda 1000 MBX / Bild: Skoda

 

Als Ansprechpartner für klassische Skodas biete sich der rührige Skoda Veteranen Club Österreich an, die sich voll und ganz dem Erhalt klassischer Skodas verschrieben haben. Eine fundierte Kaufberatung für die MB Baureihe findet man beim deutschen Skodateam.

 

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Kommentare

Kommentar

3 Comments

on “Skoda 1000 MB De Luxe
3 Comments on “Skoda 1000 MB De Luxe
    • Hallo Harry!

      Ich komme dort einmal im Monat vorbei. Wenige Monate stand der Skoda dort, dann war er weg. Wohin? Leider keine Ahnung, wird wohl einen Liebhaber des Modells glücklich machen.

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