Simplify your drive: Volkswagen Polo II

Draußen tobt gerade die Werbekampagne für die neueste Modellgeneration des Volkswagen Polo, für Alltagsklassiker interessant ist aber die Generation 2 des Polo, das einstmalige Einstiegsmodell in den Volkswagenkosmos. Der war einst massenhaft unterwegs, zu sehen an allen Straßenecken, so wie in den entlegensten Tälern – wie alles aus dem Volkswagenkonzern, Mittlerweile macht er sich auch schon rarer auf den Straßen der Republik.

Ein unscheinbarer Geselle auf unseren Straßen ist der Polo II nach wie vor. Da gibt es keine große Fangemeinde sofern es sich nicht um das einstige Topmodell der Baureihe 86C 2F handelt, den G40. Da gibt es kaum liebevolle Verhätschler, der Polo wird nach wie vor zu dem genutzt, zu dem er gebaut wurde: Zum anspruchslosen fahren!

 

 

Günstig ist er im Unterhalt, Ersatzteile sind noch leicht und preiswert erhältlich. Bedingt durch die lange Bauzeit der Baureihe 86C von 1981 bis 1994, nur aufgehübscht durch ein Facelift 1990, sind immer noch reichlich Polos als Coupes unterwegs, die Steilheckversionen sind so gut wie ausgestorben. Wobei auch der größte Teil der Coupes richtig runter gerockt ist, schöne gepflegte Exemplare muss man suchen.

 

 

Aber es gibt sie noch, die Fahrzeuge aus erster Rentnerhand, mit durch gestempeltem Serviceheft und wenigen Kilometern am Tacho. So einer war im Sommer inseriert, keine 50.000 auf der Uhr, im Jahreswagenzustand, Nullausstatter, Erstbesitz aus reifer Hand. Wäre sicher günstig abzugreifen gewesen, hätte nicht ein Händler seine Hand drauf gehabt und wollte seinen Teil vom Kuchen abhaben. Keinen Cent ist er vom selbstbewusst ausgezeichneten Preiszettel abgewichen, somit wurde es nichts mit dem neuen Dailydriver für die Beste aller Beifahrerinnen.

Um deutlicher weniger Scheine habe ich meinen 960er Volvo in der (fast) Vollfettstufe gekauft. Der hat seinen Kaufpreis durch Reparaturaufwendungen in zwei Jahren zwar mehr als verdoppelt, aber dafür bekommt man eine Limo mit allem Pipapo, Fahrkomfort vom Feinsten und nicht einen nackten Polo mit 45PS und nix drinnen. Gut, als Dailydriver im Stadtverkehr ist klarerweise so ein kleiner wendiger Polo wohl die bessere Wahl, aber nicht um jeden Preis.

 

 

Selbst durchgenudelte Exemplare mit Restpickerl (TÜV) kosten angesichts der biederen Ausstattung noch zu viel, deswegen haben wohl auch so wenige Polos, Fiestas und Corsa der ersten Modellgenerationen überlebt, weil sie einfach so lange gefahren wurden bis nichts mehr ging. Aus die Maus! Der Wille zu Pflege und Wartung hielt sich meist auch in Grenzen, der Rest wurde durch die ambitionierte Dorfjugend mittels kurzer Federn, breiter Reifen, Alufelgen, schwarz folierte Scheiben und fragwürdiger Spoilerexzesse verhunzt und verheizt.

Also höchste Zeit sich gute Exemplare der Kleinwagen der 80er und frühen 90er zu zu sichern, wenn man das einfache Leben schätzt.

 

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